Nein, keine Angst, hier geht es nicht um Fußball. Naja, ein bisschen schon – aber eigentlich nur ganz am Rande. Denn hier geht es eigentlich um was viel faszinierenderes als Fußball. Es geht um den Hype um Lukas Podolski – den Kölner Karnevalsprinz, Oberbürgermeister und Liebling der Massen in Personalunion.
Ich bin fürwahr kein Fußballfan. Eigentlich kann ich dieses Rumgerenne von 22 Männern hinter einem Ball nicht leiden. Und doch habe ich mir das Spiel 1. FC Köln gegen Bayern München angesehen. Ein Testspiel! Ein Spiel ohne Bedeutung! Eine einzigartige Party!
Das kann nur verstehen, wer Köln kennt: Eine ganze Stadt freut sich über die Rückkehr eines 24-jährigen, fröhlichen, netten, schlichten und leicht prolligen Fußballers zu seinem Heimatverein. Und zwar wirklich eine ganze Stadt – auch die, die kein Fußball mögen. Denn hier geht es um mehr. Nicht um das runde Leder, nicht um Tore, nicht um Siege. Es geht um Gemeinschaft, um Wir-Gefühl, um unser Köln!

Wann gab es das schonmal, dass ein Fernsehsender noch vor der Saison ein Testspiel des Tabellenzwölften live übertragen hat? In der Primetime an einem Freitag? Nein – hier geht es wirklich nicht um Fußball! Hier geht es um Poldi, den verlorenen Sohn. Jedem anderen in jeder anderen Stadt hätten die Fans übel genommen, dass er die Stadt und den Verein Richtung Bayern verlassen hat. Nicht so bei Podolski. Der wurde vermisst, noch doller vermisst und schließlich mit offenen Armen zurückempfangen.
Was bleibt, ist die Frage, wo das hinführen soll. Denn wenn Poldi sportlich in Köln versagt, kann das ganz bitter werden. Was, wenn der Hoffnungsträger keine Tore schießt, nicht gut ankommt im Team, sich am Ende noch unwohl fühlt in unserer Domstadt? Das darf nicht passieren. Das kann nicht passieren! Und wenn doch? Denken wir nicht dran…
Das Testspiel gegen die Bayern jedenfalls, die große Poldi-Party, endete für den FC mit einer 0:2-Pleite. Von Poldi kaum was zu sehen, eine Party war das in sportlicher Hinsicht wirklich nicht. Das aber war den Kölnern wurscht – Poldi wurde trotzdem gefeiert, geherzt, bejubelt. Der verlorene Sohn und seine Stadt – der zweite Teil der Liebesgeschichte beginnt gerade erst…

Lukas Podolski Superstar



Sehr schöner Beitrag
Und auch hier werde ich nicht müde, vor der Fussballgeschichte festzustellen, dass der 1. Fussballclub Köln mit Prinz Podolski ZWEIMAL abgestiegen ist!
Für die Aktion “Wasser innen Wein”: schomb@
Lukas wer?