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Manche Sätze hört man einfach nur gerne. Seit zwei Tagen gehört bei mir auch der Satz “Darf ich Ihnen noch einen Champagner bringen?” dazu. Den hatte ich vorher noch nicht gehört gehabt. Und wenn, dann hätte man mir danach wohl eine gepfefferte Rechnung präsentiert. Nicht so am Donnerstag und Freitag. An diesen beiden Abenden gab’s alles für lau, wie man unkultiviert sagen würde (die vornehmere Ausdrucksweise wäre wohl “inklusive”). Eine kleine Bestandsaufnahme nach zwei genialen Tagen Hotel InterContinental inklusive Club-Lounge…
Wie kommt man dazu, zwei Tage im InterContinental in Köln zulangen zu dürfen? Die Antwort: Ich kann nichts dafür. Mein Vater hatte beim Golfen ein Doppelzimmer für zwei Nächte gewonnen. Und zwar mit allem Schi-Schi. Nicht nur das prunkvoll große Zimmer, sondern auch noch Zugang zur exklusiven InterContinental-Club-Lounge. Die kostet in der Regel 70 Euro extra. Pro Tag. Und zwar dafür, dass man in einem Raum mit Polstermöbeln (Foto rechts) sitzen und sich unterhalten oder Zeitung lesen kann.
Okay – Domblick gibt es auch. Einen nicht zu verachtenden sogar (auch wenn ich die Perspektive nicht ganz so toll finde, weil die beiden Dom-Türme nicht so rauskommen). Aber ansonsten ist es einfach nur ein Raum mit Sesseln, der mit netter Musik beschallt wird. Richtig interessant ist nur der Tresen. Denn da stehen jede Menge Häppchen (eingelegte Tomaten, Vitello Tonato, Krabben-Snacks, Schoko-Mousse), die sehr lecker sind, aber wie ich festgestellt habe, nicht wirklich nachhaltig satt machen.
Neben den Häppchen wird’s noch spannender: Da stehen nämlich die Spirituosen für all diejenigen, die sich keine Cola, Kölsch, Ginger Ale oder, oder, oder aus den Kühlschränken unter den Häppchen nehmen wollen. Verschiedene Whiskeys, Baileys (!!!), Cognac, Gin (auch zwei Sorten), Wodka, Martini (die beiden habe ich gleich mal zusammengekippt) und und und… Das Bild rechts zeigt nicht etwa den kompletten Bestand. Nein, das Bild zeigt die Situation NACH dem Abräumen des Tresens. Denn wir hatten die liebe Bedienung gebeten, doch “unsere” Flaschen noch ein wenig stehen zu lassen. Hat sie gemacht. War sehr nett. Aber nicht so gut für den Kopf am Morgen danach….
Der eingangs erwähnte Satz “Darf ich Ihnen noch einen Champagner bringen?” fiel natürlich auch. Die nette Bedienung hatte uns gefragt, ob wir denn Wein möchten – oder eben Champagner. Haben wir uns nicht lumpen lassen. Haben wir zugegriffen! Mit bitteren Folgen: Nach meiner Bilanz des ersten Abends (drei Chamapgner, zwei Baileys, einem Wodka-Martini, einem Cognac und einem Whiskey) hatte ich leichten Kopfdruck am nächsten Morgen. Die Trink-Bestandsaufnahme von Freitagsbend liest sich aber ähnlich. Diesmal waren es drei oder vier Champagner, drei Baileys und eine Whiskey-Cola. Ach – und ein Cognac. Das war’s dann aber. Man lernt ja dazu.
Das Ganze hat aber einen irrsinnigen Spaß gemacht. Die meiste Zeit waren wir in der Lounge alleine, hin und wieder spazierte mal ein Geschäftsmann herein, der ein Bier trank und wieder ging. Dass einer den Abend nutzt, um dem InterConti seinen Gratis-Schampus wegzutrinken – das kommt wohl (sonst) kaum vor. Aber für einen Abend unter dem Motto “Dekadent auf Probe” war das eine tolle Erfahrung. Die Kopfweh am nächsten Tag waren ein wenig unnötig – aber die kann man dem Hotel wohl nicht anlasten. Die für mich spektakulärste Entdeckung machte ich übrigens auf der Toilette. Genauer gesagt: Am Waschbecken. In diesem Fünf-Sterne-Lounge-Klo gibt es nämlich keine Papierhandtücher oder so einen Kleine-Leute-Mist! Hier gibt es kleine Mini-Handtücher, die aufgerollt neben dem Waschbecken liegen (Foto rechts) – und nach einmaliger Benutzung in der Wäschetrommel landen. Wenn das nicht dekadent ist, weiß ich’s auch nicht…
Also das mit den Mini-Handtüchern ist nicht dekadent, sondern umweltschonend.
Denn ob die Wäscherei jeden Tag 100 kleine Handtücher wäscht oder nicht, spielt bei den Wäschebergen im Hotel keine Rolle.
