Scherzinfarkt This is Germany here – please speak English!

This is Germany here – please speak English!

Abgelegt unter Gesellschaft, Medien, ZweiPunktNull am 5. Oktober 2009 um 08:42 Uhr 3 Kommentare

Foto: Claudia35/pixelio.deCongratulations, unser Land befindet sich wieder mitten in einer Sprachdebatte! Nachdem unser bald-vielleicht-mal-Außenminister Guido Westerwelle einen englischsprachigen Reporter abgebügelt hat wird er allerorten durch den Kakao gezogen und feuert zurück: Jüngst hat er gesagt, dass er auch künftig bei offiziellen Anlässen “unsere wunderschöne Sprache” sprechen möchte. Weil er kein Englisch kann, werfen ihm die Wähler (vor allem im Netz) vor. Denn gerade die Netzgemeinschaft zeigt mal wieder, wie es wirklich ist: Englisch wird immer mehr zur Weltsprache – das Internet macht’s vor!

Es ist irgendwo auch mal wieder ein Generationenproblem. Die “aktuelle Generation” beherrscht Englisch (zum großen Teil) fast wie eine zweite Muttersprache. Klar – es ist die Generation, die mit dem Internet groß geworden ist. Im Netz stoßen wir auf aktuelle Texte in englischer Sprache, finden bei YouTube lustige Videos in englisch und haben nicht zuletzt Zugriff auf die aktuellsten Folgen unserer Lieblings-TV-Serien – im Originalton.

Die vorherigen Generationen brauchten Englisch vielleicht drei Wochen im Jahr, um sich im Urlaub mit einem Sonnenbrillenverkäufer am Strand zu verständigen (“No! No! I said NO!”) und das war’s dann schon fast. Dazu kam dann vielleicht mal das ein oder andere englischsprachige dienstliche Gespräch – aber das auch nur im Ausnahmefall und sehr selten. Mehr Verwendung hatte man früher nicht für englisch….

Das ist heute anders (außer man wird gerade Außenminister). Inzwischen schreiben sogar deutsche Facebook-User ihre Status-Updates auf englisch (was mich by the way furchtbar nervt) und Twitter-User wechseln sowieso munter zwischen den Sprachen. Wer auf einen Link klickt, weiß meistens nicht, ob sich ein deutsch- oder englischsprachiger Text dahinter verbirgt. Ist es auf englisch, erscheint er noch aktueller – aber nicht mehr fremd. Die Netzgemeinde spricht eben englisch.

Diese Entwicklung wird sich mit der Zeit sicher noch mehr verstärken. Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass das Internet die Welt noch mehr zusammen bringt. Englisch wird immer mehr Einzug halten in unsere Welt, Herr Westerwelle. Gleich geht’s los – oder wie unser zweiter Bundespräsident Heinrich Lübke einst sagte: “Equal goes it loose!”

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3 Kommentare:

  1. Matze sagt:

    Ich würde meine Englischkenntnisse als mittelmäßig bezeichnen. Aber jemand der AUSSENminister werden möchte, sollte der englischen Sprache mächtig sein. Die Art des Herrn Westerwave bei besagter Pressekonferenz hat mich doch ehrlich gesagt erschreckt. Vielleicht gibt er einen besseren INNENminister ab. Wäre mir zumindest noch sympathischer als Herr Schäuble.

  2. Lucjan sagt:

    Ich glaube, dass der WW schon Englisch kann, zumal das immer wieder gezeigte Video seines “Englisch”-Ausrutschers ja auch schon ein paar Jährchen her ist. Und warum sollte man auf einer Deutschen Konferenz nicht Deutsch reden? Geh mal nach Amerika oder besser gesagt… Spanien und frag da, ob man seine Frage vielleicht auf Deutsch stellen darf. Außerdem denke ich, dass ein reporter, der gut über unser Land berichten will/soll… nach ein paar Jahren vielleicht doch auch mal Deutsch reden sollen könnte.
    Nicht falsch verstehen! Ich habe selbst ne ganze Weile im Ausland (Polen) gelebt und NATÜRLICH auch Polnisch zur besseren Verständigung gelernt.

  3. Wer weltweit agieren soll, muss gerade in der heutigen Zeit, wie du vortrefflich formuliert hast, auch der englischen Sprache zumindest einigermaßen mächtig sein. Ich nenne diesen Fall unseres Außenministers als außerordentlich unterqualifiziert und somit für diesen Posten ungeeignet – auch wenn der Herr sich sicherlich einen Dolmetscher leisten kann.

    Wäre an seiner Stelle nicht angebracht ein Englisch-Sprachtraining zu belegen und dies öffentlich kundzutun? Damit kann er seinen Wählern und auch Nichtwählern beweisen, dass er wenigstens versucht der großen Verantwortung gerecht zu werden.

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© Florian Meyer 2010