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“Darf ich kurz reinkommen, oder störe ich beim Fernsehen?” oder “Wie fanden Sie denn letzte Woche “Wetten, dass…?”?” – Fangfragen gehörten bislang immer zum festen Stamm der Arbeitsmethoden von Deutschlands wohl unbeliebtester Berufsgruppe. Auch im Müll sollen sie gerne mal wühlen, die GEZ-Schergen. Was sie da suchen? Abonnierte Fernsehzeitschriften, auf denen noch Adresskleber sind. Wer die hat, wird ja auch einen Fernseher haben. Und wird zur Not zwangsangemeldet.
Kein Wunder, dass bei solchen Methoden das Image der GEZ seit Jahren etwa so gut ist wie das von Kevin-Prince Boateng. Und umso besser, dass nun bald Schluss ist damit. Denn die bisherige Rundfunkgebühr hat ausgedient, jetzt kommt die Haushaltsabgabe.
Statt freiwilliger, aber verpflichteter Selbstanmeldung (was für ein dämliches System!) soll nun also demnächst jeder Haushalt zahlen. Nicht mehr Geld als vorher, aber eben unabhängig von Geräten. Es entfällt jegliche Stalkerei, es kommen keine nervigen “Haben Sie wirklich keinen Fernseher”-Briefe mehr – und letzten Endes ist es auch endlich ein gerechtes System zur Gebührenerhebung.
Ob Rundfunkgebühren an sich gerecht oder angebracht sind, ist noch eine andere Frage. Von mir aus kann man den ganzen Quatsch komplett abschaffen. Ich muss kein “Wetten, dass…?” schauen, ich brauche keine Rosamunde-Pilcher-Filme, ich kann auf gebührenfinanzierte, aber schlecht gemachte Reportagen verzichten. Aber die Argumentation, die hinter der Gebühr steht, ist ja der Bildungsauftrag. Naja, den halte ich in Zeiten des Internets ohnehin für überholt. Bildung gibt’s für die, die wollen, an jeder virtuellen Straßenecke. Und gezwungenermaßen gebildet wird hier ja auch keiner – wer keine Lust auf die Öffentlich-Rechtlichen hat, kann auch die gut ignorieren.
Ich finde, die Überarbeitung der Rundfunkgebühr ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Schluss mit Schwarzseherei und Schluss mit GEZ-Schnüffelei. Jetzt sollte man die Gebühr vielleicht nochmal genereller ins Visier nehmen. Wenn es hier um das Grundrecht auf Bildung geht – warum ist das denn nicht schon mit meinen Steuern abgedeckt? Für Straßensanierung und Kindergartenplätze zahle ich ja auch keine monatliche Pauschale. Das behält der Staat ja einfach von meinem Gehalt ein. Warum also nicht auch die letztlich staatlich verordnete Rundfunkgebühr?
Und dann könnte man sich im nächsten Schritt auch mal darauf besinnen, das gute Geld nicht mehr für so viel Blödsinn rauszupulvern. Aber bis es dazu kommt, ist das Fernsehen wahrscheinlich schon ausgestorben…
(Foto: MatthiasWicke / flickr)
[...] This post was mentioned on Twitter by Oliver, DasSchwein. DasSchwein said: RT @Scherzinfarkt Schluss mit GEZielter Schnüffelei – aber geht das weit genug? http://arm.in/gya #GEZ [...]
kleine aufklärung:
1. es ist eine haushaltspauschale. auch haushalte ohne empfangsbereite geräte müssen diese leisten.
2. auch hartz IV empfänger werden zur kasse gebeten.
für mich eine absolute verschlimmbesserung.
Richtig so, die GEZ musste abgeschafft werden, denn Fussball und andere grosse TV-Ereignisse werden mittlerweile vorwiegend im privaten Fernsehen gezeigt.
Die absolut einmalige Weitsicht der selbsternannten digitalen Avantgarde: Natürlich hat *jeder* in diesem Land einen Computer oder ein Handy mit Flatrate, so dass ein “Bildungskonsum” übers Netz problemlos möglich ist.
Ich würde sagen vom Regen in die Traufe. Wer sich wirklich bilden will, ist beim Fernsehen sowieso (meist) Fehl am Platz. Dafür gibt es Schulen, Kurse, Bücher und das Internet.
Auf die GEZ bin ich sowieso übel zu sprechen. Als ich damals für kurze Zeit zu meinen Eltern zurückzog, also meinen Wohnsitz mit der Anschrift meiner Eltern identisch war, wollte die GEZ von meinen Eltern UND mir Geld für ein und denselben Fernseher!! Weil ich ja erwachsen sei. Sehr logisch.
Außerdem läuft ja auf allen Kanälen so viel Werbung, dass ich das Finanzierungsproblem nicht wirklich nachvollziehen kann.
Aber so ist das eben wenn der Staat Geld braucht.
GEZ ist zeitbedingt, DAMALS brauchte es Geld um Staatsfernsehen aufzubauen. Heutzutage ist es nur noch ein grosser Pott wo (keine genauen Zahlen, nur gefühlte) 25 Fernsehsender, 326 Radiosender reingreifen um aus Schei..e Bonbons zu machen, was in 80% nicht gelingt.
Darunter ungefähr (dasselbe wie oben in Klammern) 23 digitale Sender mitlaufen. Meine Forderung: digitaler Decoder kostenlos für alle GEZZahler, um auch sehen zu können, was diese zahlen. Und datt net zu knapp!
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/156418/umfrage/gez—einnahmen-aus-rundfunkgebuehren/
