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Schnell, rasant, kaum zu bremsen. In Windeseile geht alles zu, wenn man – wie ich – einen Großteil seiner Zeit im Internet verbringt. Sekündlich kann etwas neues passieren, immer wieder lauert irgendwo eine spannende neue Info, die entdeckt werden will. Die Nebenwirkung: Die Aufmerksamkeits-Spanne sinkt merklich.
Ich merke es an mir: Lange Texte mag ich gar nicht mehr lesen. Das Internet (und vor allem Twitter) haben mich so stark auf “schnell und kurz” getrimmt, dass ich kaum noch ausführliche Artikel lesen mag. Längere Texte werden quergescannt, was mir ins Auge sticht wird gelesen und dann geht es schnell weiter. Sollte ich doch mal einen längeren Text komplett lesen, mache ich es in Etappen: Zwei Absätze lesen, dann zu Twitter – schauen, was ich verpasst habe. Nebenbei noch Mails gecheckt und vielleicht noch bei Facebook reingeschaut, was in den letzten zwei Minuten an mir vorbeigegangen ist. Dann kommen die nächsten Absätze des Textes, bevor ich wieder eine Pause mache.
Keine Frage: Gewissermaßen bin ich das selber “schuld” und ich habe es in der Hand, mich einfach anders zu verhalten. Aber Twitter und Co. haben mich inzwischen in meiner Mediennutzung so darauf getrimmt, dass alles kurz und knackig zu haben ist, dass ich mich vollends nach dem Muster richte. Das wirkt sich auch auf die Offline-Welt aus. Wann immer ich auf dem Sofa sitze und ein Buch lese, mache ich nach einem oder zwei Kapiteln eine Pause, greife zum iPad, vergewissere mich, dass meine Online-Welt noch steht und lese dann erst weiter. Wie ich Werbepausen im TV oder Wartezeiten an der Supermarkt-Kasse nutze, brauche ich an dieser Stelle sicher nicht noch einzeln erklären, oder?!
Muße ist mir inzwischen total abgegangen. Das Digital-Leben ist hektisch und schnell – und ich lasse mich voll und ganz in den Sog ziehen. Die Folgen: Ich weiß eine Menge vom aktuellen Geschehen – aber nichts wirklich fundiert. Denn immer nur ist es die Oberfläche, die ich ankratze. Die ersten beiden Absätze. Dann: Tab schließen, nächsten Info-Happen suchen! Selbst meinen eigenen Feedreader, den ich ja nur mit Dingen bestücke, die mich interessieren, konsumiere ich so: Überschrift lesen, bei Interesse die ersten Absätze lesen. Dass ich einen Artikel komplett lese kommt selten vor. Und wenn, dann ist es meist einer, der eh schon schön kurz geschrieben ist.
Ich bin mir sicher, ich bin nicht alleine mit dieser Schnelllebigkeit. Viele Leser, die diesen Artikel angefangen haben, werden es auch nicht bis zu diesen Worten hier geschafft haben. Ist ja auch nicht schlimm. Aber bemerkenswert. Das Internet mit seiner unüberblickbaren und unerschöpflichen Info-Fülle verleitet uns immer wieder zu dem Versuch, doch das Unmögliche zu schaffen: ALLES zu lesen, zu hören, anzuschauen. Zumindest im Ansatz. Aber so schnell wir auch konsumieren – es kommt immer schneller Neues nach.
Man müsste eigentlich mal auf die Bremse treten. Mit Ruhe und Muße alles ruhig lesen, was einen interessiert und einfach mal einige Happen links liegen lassen. Aber man könnte ja was verpassen…
(Foto: flickr/storem)
Was auch immer in deinem Eintrag steht, ich stimme zu!
PS: Neues Bloglayout?
Das Layout besteht nun seit drei Monaten etwa.
Oha, so lange war ich nicht hier? Kam mir kürzer vor.
Eine Frage: Wie oft hast du bei twitter reingeguckt, während du den Post geschrieben hast
?
Mir geht’s übrigens genauso. Diese “Angst” etwas zu verpassen ist echt eine Krankheit. Manchmal ärgere ich mich auch darüber, weil ich manchmal viel wichtigere Sachen vernachlässige, verschiebe, schludriger mache, damit ich alles checken kann und nichts verpasse.
Während des Schreibens zum Glück gar nicht. Das wird in einem Rutsch runtergeschrieben. Aber vor dem Korrekturlesen, nach dem Veröffentlichen und nun ständig…
Geht mir mittlerweile ganz genauso. Dabei hätte ich mir das vor 2-3 Monaten noch gar nicht vorstellen können. Aber so schnell kann es gehen.
Nach 10 Minuten fühl man sich schon in gewisserweise “Uninformiert” und muss was nachholen.
Guter Beitrag.Ich weiss zwar nicht wie,aber ich habe es geschafft ihn bis zum Ende zu lesen.
Die gleiche,beängstigende Tendenz habe ich bei mir auch vor einer Weile festgestellt.
Es zählen nur noch Überschriften und nach mehr als 140 Zeichen habe ich schon kaum noch Lust weiter zu lesen.
Da hilft nur eins: Notbremse ziehen und für eine Weile raus aus der digitalen Welt.Die dreht sich zwar auch weiter wenn man nicht mehr ständig mitliest.Aber wenn man mal ganz ehrlich ist: Wirklich viel verpasst man nicht.Sollte etwas wichtiges geschehen bekommt man das schon mit.Hat ja früher auch funktioniert.
Und bei Freunden vorbei gehen um sich auszutauschen ist doch auch netter als ihnen nur ein Like oder einen Retweet zu geben.
Vieleicht sollte man sich anstatt auf Web 2.0 auf Privatleben 1.0 zurückbesinnen und wie in guten alten Zeiten mal eine “richtige” Zeitung aufschlagen und ab und zu “echten” Menschen begegnen anstatt nur den leicht verwackelten Profilbildern.
[...] This post was mentioned on Twitter by Ein Online-Redakteur. Ein Online-Redakteur said: "Schnell-leb-ich" – wie sich meine Mediennutzung dank Internet (und vor allem Twitter) änderte: http://bit.ly/abJLX6 [...]
Das Problem liegt nicht an Ihnen (Sie klingen so Ernsthaft das ich mich nicht zu einem Du überwinden kann / konnte) das Problem liegt daran das moderne Medien nicht zum geniessen geschaffen wurden sondern um zu konsumieren. Das wir gezwungen werden durch immer schneller auftauchende Kunststücke auf Flickr, Timeflapsigkeiten auf Vimeo und andere Virtualitäten den Blickwinkel zu ändern um nicht Unuptodate zu sein. Das ist wie damals auf dem Schulhof, die Clique stand zu sammen und jeder schrie den anderen an weil er / sie neue Murmeln, aktuelles Micky Maus Ausgabe oder neues Fahrrad hatte nur grösser. Weil wir nicht mehr auf dem Schulhof stehen sondern einer riesigen Lawine an Neuigkeiten gegenübertreten müssen. Sie wundern sich jetzt bestimmt was ich hier schreibe und was der Unsinn soll, ich wollte eigentlich nur Ihr Aufmerksamkeitspannendefizit ausnutzen um jetzt, das sie bestimmt wieder ihren Blick auf eine Soziale Plattform gerichtet haben, erwähnen das ich von der vielen Sonneneinstrahlung immer so lockiges Haar bekomme und das mir das absolut nicht gefällt, aber meiner Oma und die darauf besteht das ich mein Haar nicht zu kurz trage. Obwohl kurzes Haar eh viel komfortabler ist, nicht nur in der Pflege auch im Sommer! Wie gesagt, sie konsumieren nur noch und zwischen Konsum und Genuss liegen Welten. Genau wie zwischen Mc Donalds und Krautwells. Aber das tut nichts zur Sache, ich kann ihnen aber einen Tip geben wie sie der Schnelllebigkeit entkommen. Als erstes sollten sie aufhören bei über 200 km/h erstaunlich unverwackelte Bilder beim Autofahren zu schiessen. Und dann hilft es tatsächlich mal eine Stunde nichts anderes zu tun als den XXL Models auf dem Teleshop zu zu sehen wie sie ihre Zauberbodys anziehen und so bis zu 10 Kg an Gewicht und Unschöne Bauchfalten optisch Wegzaubern!
Ahoi….
Siehs so, wenigstens kannst du noch lange Texte schreiben. Soll ja Menschen wie mich geben, die diese gerne lesen.
Hast Du vor daran irgendetwas zu ändern? Du scheinst ja bemerkt zu haben, dass diese Entwicklung nicht optimal ist. Oder hast Du es nur mal eben als Phänomen aufgeschrieben, um genau so weiter zu machen?
Letzteres. Ich sehe es ja nicht als Alarm und fühle mich nicht schlecht damit. Ich habe es nur registriert.
Ich habe das gleiche Problem wie das, was du in deinem Beitrag geschrieben hast. Allerdings kommt bei mir noch etwas anderes hinzu: Sobald man im Internet einen längeren Text liest – sei es ein Artikel, ein Post in einem Forum oder ein Kommentar – es wimmelt nur so von Rechtschreibfehlern. Und das sogar bei seriösen Online-Medien. Mir vergeht da die Lust aufs Lesen ganz schnell. Wahrscheinlich ist dieses Fehlen von Rechtschreibkenntnissen auch eine Folge davon, dass man sich kaum noch ernsthaft mit Texten beschäftigt.
Mir geht das da ziemlich genauso. Wenn ich blogge, zwinge ich mich fast schon dazu, den Text zuende zu schreiben und erst danach wieder in meine Timeline zu schauen. Texte wie diesen, die mich auch wirklich interessieren, kann ich allerdings ohne große Probleme lesen ![]()
Wenn ich allerdings ein Buch lesen will, wird das schon schwerer, da mache ich nach fast jedem Kapitel Pause.
Mich stört das allerdings auch nicht wirklich, solange ich weiß, dass ich bei etwas wirklich wichtigem im “Reallife” mich auch darauf konzentrieren und Twitter einfach mal Twitter sein lassen kann.
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