“Ein Film über Facebook? Den muss ich sehen!” – das war der erste Gedanke, als ich den Trailer (siehe unten) zu “The social Network” gesehen habe. Später kamen mir dann Zweifel: Kann das eigentlich ein guter Film sein? Kann mich die Geschichte von Mark Zuckerberg und seinem Gerichts-Streit mit anderen Menschen über zwei Stunden unterhalten oder ist das nicht eher stinklangweilig?

Schlussendlich wurde mir die Frage, ob ich mir den Film ansehen will, abgenommen: Die “O2 Crew” verloste vor einigen Tagen Tickets für eine “exklusive Kino-Preview” – auch in Köln! Also nicht lange gefackelt und mitgemacht.

So kam es, dass ich den Film schon gestern, drei Tage vor dem eigentlichen Kinostart sehen durfte. Und er hat mich wirklich positiv überrascht! Noch im Kino hatte ich gegoogelt, dass “The Social Network” satte 121 Minuten lang ist (Langeweile vorprogrammiert?!), doch als dann auf einmal wie aus dem Nichts der Abspann kam, war ich überrascht, dass die Zeit schon um ist.

Worum es in dem Film geht, kann ich mir eigentlich sparen, zu beschreiben. Klar: Es geht darum, wie Mark Zuckerberg die Idee von Facebook wahlweise hatte oder stahl. Denn das ist eine der Kernfragen im Film: Hat Mark die Idee geklaut oder hatte er sie selber?
Das Ganze wird mit einigen Zeitsprüngen erzählt: Mal sitzt der Zuschauer mit Mark in den verschiedenen Justizverhandlungen und im nächsten Moment springt die Handlung zurück ins Jahr 2004, als Facebook gerade ins Rollen kam.

Trailer zu “The Social Network”:

Ganz im Ernst: Die ersten drei, vier Minuten sind ein Schock. “Das kann ja ein toller Abend werden”, dachte ich mir nach einer langen Dialogszene von Mark Zuckerberg und seiner Freundin. Schnell ist klar: Der Lockenkopf ist ein überhebliches Arschloch. Doch es kam dann alles anders: Die nächsten knapp zwei Stunden erzählen temporeich die Anfangszeit von Facebook und wie Mark Zuckerberg seine Freunde verlor oder wahlweise verprellt hat.

Auch wenn es nicht wirklich wichtig für die gute Unterhaltung ist: Filmisch ist das Ganze einfach Spitze umgesetzt. Eine knapp zweiminütige Ruderszene, die für die Handlung eigentlich absolut verzichtbar ist, hat mir den Mund offen stehen lassen: Dank Tilt Shift (“Miniatur-Look”), schnellem Wechsel der Detailaufnahmen und klassischer Musik im Hintergrund war diese Szene eine wahre Wonne für die Sinne.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mich hat “The Social Network” wirklich überrascht: Der Film bietet zwei Stunden lang spannende Unterhaltung ohne jede Längen. Da es keinen roten Faden gibt (der Film erzählt eben einfach “nur” eine Entwicklung, die im Leben noch nicht abgeschlossen ist), kommt der Abspann auf einmal richtig überraschend. Der Film macht neugierig auf Facebook und ich hatte nach dem Schauen des Films als erstes eine Frage im Kopf: Was war an dem Film alles echt? Wieviel von der Handlung war Doku und wieviel Fiction? Leider ist (der echte) Mark Zuckerberg dem Film nicht aufgeschlossen genug, um Stellung zu nehmen. Einzig, dass sein Leben in Wirklichkeit nicht ganz so aufregend sei, ließ er sich entlocken…

Wer sich für Facebook und seine (mutmaßliche) Entstehungsgeschichte interessiert, sollte “The Social Network” nicht verpassen! Gute und kurzweilige Unterhaltung, die einem das Gefühl gibt, endlich mal ein wenig hinter die Fassade des lockenköpfigen Milliardärs zu schauen. Anschauen!

(Foto: Sony Pictures)


5 Kommentare

  1. Schöner Bericht zu dem Film, verrät nicht zu viel und dennoch genug um Lust auf mehr zu machen. Mich plagten in den letzten Tagen ähnliche Gedanken, wie es hier eingänglich beschrieben wurde. Interesse war schon da, aber ist das Thema wirklich so interessant, dass man einen 2-stündigen Film dazu sehen will?
    Nun, er scheint ja gar nicht sooo schlecht zu sein, also denke ich ein Kinobesuch ist vielleicht gar nicht so verkehrt um sich eine eigene Meinung bilden zu können.
    Vielen Dank also dafür.

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  3. Bloggeresk sagt:

    Den Film habe ich gestern im gleichen Kino-Saal wie du gesehen, aber kann mich deiner Begeisterung nicht wirklich anschliessen.

    Anfangs hatte er mich noch fasziniert, denn ich wollte wissen, wie Facebook denn nun entstanden ist- ob die dargestellte Geschichte nun wahr ist oder nicht ist nebensächlich.
    Aber als das dann “geklärt” war, hat sich meiner Meinung nach der Fim unglaublich gezogen.

    Party hier, Gerichtsstreit da, aber es passierte einfach nichts mehr. Zwischendurch nette Szenen und einige Lacher, aber alles in allem das Gefühl, der Film könne nun auch einfach mal aufhören.

  4. dannz sagt:

    Der wird am Wochenende sofort geguckt!
    Habe immer noch bedenken, ob es wirklich zwei Stunden lang interessant ist, aber da vertraue ich dir einfach mal ;)

  5. Michael sagt:

    Sehr guter Artikel zum Film. Leider habe ich den Film noch nicht gesehen, aber das werde ich wohl noch nachholen müssen. Neben dem Film ist die PR-Kampagne recht interessant, die Facebook da fährt. Statt viel Werbung, Merchandising oder viralem Content setzt man ganz einfach auf das eigene Pferd und bringt zur richtigen Zeit zwei neue Features in Deutschland raus (Places und Mini-Gruppen mit Gruppen-Chat).
    Gerade mit dem gestern veröffentlichten Gruppen-Feature wird auch noch, bewusst oder unbewusst, die typisch deutsche Vereinsmeierei angesprochen. Sollte sich das wirklich durchsetzen, dann ist wohl bald jedes Vereinsmitglied bei Facebook registriert. Interessant werden die deutschen Statistiken (z.B. auf http://www.facebakers.com), welche sich nach dieser Facebook-Woche entwickeln.
    Mal sehen, wann es dann in den Film geht ;)

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