Im Auge des Shitstorms

Ich habe ja mit viel gerechnet, als ich heute Mittag einen Sponsoring-Aufruf für unsere bevorstehende Hochzeit im Blog gepostet habe – aber damit nicht! Ich habe erwartet, dass es Menschen geben wird, die den Kopf darüber schüttelt, wenn man öffentlich um finanzielle Unterstützung bittet. Ich bin davon ausgegangen, dass der ein oder andere die Aktion richtig frech und dreist findet (das ist sie schließlich auch). Aber dass ich auf einmal mitten im Auge eines Shitstorms stand, hat mich dann schon sehr überrascht.

Einige Menschen haben mir derbe Vorwürfe gemacht, andere haben sogar unter der Gürtellinie angegriffen und besonders schockiert war ich, als mir ein ehemals guter Freund sogar unterschwellig unterstellt hat, dass ich “überstürzt heiraten” würde, um von euch noch ein wenig Kohle abzugreifen. Da stand mir nicht nur die Kinnlade offen.

Einige Kommentatoren haben sich unter meinem Unterstützungs-Aufruf darüber beschwert, dass man doch lieber für einen guten Zweck spenden soll. Das ist euch doch nicht genommen! Niemals habe ich gesagt “Bevor ihr was nach Afrika überweist, gebt’s lieber mir!”. Und der Vergleich hinkt außerdem auch noch. Ich habe nie behauptet, dass wir bedürftig wären – und dass das Geld moralisch gesehen besser bei einer gemeinnützigen Organisation als in unserer Hochzeitskasse 2.0 aufgehoben wäre, ist doch eigentlich selbstredend.

Andere haben mir vorgehalten, in meinem Blog wäre doch nachzulesen, dass ich mir ein iPad gekauft habe und es mir doch gar nicht so schlecht gehen könne. Auch hier: Nie habe ich behauptet, dass wir am Hungertuch nagen. Aber eine Hochzeit und die dazugehörigen Feierlichkeiten verschlingen eine Menge Geld – mehr, als ein iPad kostet. Wer sich daran beteiligen möchte, darf das gerne tun – wer nicht will, kann es auch lassen.

Wie dem auch sei – ich hatte die Idee eines Spendenaufrufs (wobei “Spende” wirklich unglücklich formuliert ist) heute unter der Dusche und dachte, dass ich das einfach mal ausprobieren kann. Im schlimmsten Fall unterstützt uns eben keiner und wir stehen schön blamiert da, dachte ich. Weit gefehlt. Was mir heute an Entsetzen und Feindseligkeit entgegen schlug, hat mich schockiert.

Allerdings hatten einige von euch auch sehr Recht: Es gibt sicher Leute, die das Geld nötiger haben als wir. Deswegen haben wir uns entschlossen: 25 % der gesponsorten Gesamtsumme spenden wir einer Kindertagesstätte in unserer Nachbarschaft, dem Niehler Elternverein Köln e.V..

Ich danke allen unter euch, die uns trotz allem unterstützen. Sei es mit lieben Worten, mit Glückwünschen oder mit Sponsoring (hier gibt’s übrigens die aktuelle Liste mit allen Unterstützern)!

Wer jetzt noch ein paar Euro in unsere Hochzeitskasse 2.0 stecken möchte, kann das gerne noch hier tun:


Dieser Eintrag wurde geposted amSamstag, Februar 5th, 2011zu20:50und ist abgelegt unterGedanken, ZweiPunktNullSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can leave a response, or trackback from your own site.

Über den Autor:

Florian Meyer ist Online-Redakteur und Tupperware®-Berater in Köln, Netz-Junkie, Twitterer, Beobachter, Schreiber

22 Comments

  1. Caro (Frau_Thor)

    Ich weiß ja nicht, ob du es mitbekommen hattest, aber vor kurzem gab es einen Spendenaufruf für eine Twitterin, deren Haus zur Versteigerung anstand. Und sie hat diese Aktion nicht mal selbst initiiert. Was meinste, was da schon los war, was sich die Initiatorinnen anhören mussten. Da wunderte es mich nicht, dass es hier umso heftiger losging. ;-)

    Auch noch mal an dieser Stelle: Ich wünsch euch alles Gute und eine schöne Hochzeit. Ich bin sehr sicher, dass ihr einiges zusammenbekommen werdet.

    Liebe Grüße

    Caro (Frau_Thor)

  2. nupsi80

    Hi, schade dass der Aufruf so unglücklich gewählt war, denn es ist eigentlich eine nette Idee euch zur Hochzeit mit etwas “sinnvollem” im Sinne von, da würdet ihr euch am meisten drüber freuen, zu beschenken. Ich hoffe ihr bekommt eine tolle Feier, egal wie wann und wo, es geht letztendlich ja eh nur um euch zwei Hübschen! :-) Lieben Gruß

  3. Hallo,

    ich glaube es ist so, dass der Leser mittlerweile zwischen den Zeilen zu lesen gelernt hat und die wahre Intention eines Beitrags sofort erkennt. Eine Hochzeit ist nichts um sie im Internet breitzutreten und selbst die einfachste Feier kann ein unvergessliches Erlebnis werden ;-)

    Grüße

    Gretus

  4. AngenehmJulia

    Ich find’s weiterhin unmöglich. Bei ‘ner Hochzeit sollte es um Liebe, Zusammengehörigkeit u.ä. gehen. Da kommt’s nicht drauf an ‘ne noble Location zu haben und/oder tolles Essen aufzutischen. Wenn man das allerdings übrigens möchte gibt’s andere Möglichkeiten der Finanzierung! Den Hochzeitstermin nach hinten verschieben & darauf hinsparen oder auf Geschenke verzichten und stattdessen die Feier über die Gäste finanzieren lassen. Alles kein Ding!
    Aber “Wildfremde” anschnorren, weil man ne Party will, die das eigene Budget sprengt, find ich unmöglich! (Dass ‘ne Hochzeit Unmengen verschlingt steht außer Frage.) Eben weil ihr nicht bedürftig seid.
    Und nun zu sagen, dass ihr 25% spenden wollt, na ja … dazu halt ich mich einfach mal geschlossen!

    Dafür dass das Ganze, auf Twitter, ausgeartet ist, möcht ich mich entschuldigen. Aber mich blöd anfeinden lassen, weil meine Meinung in
    euren Augen nicht grade populär ist, muss ich
    mich dann auch nicht.

    • Tweetwerk

      Es ist einfach die eine Sache, eine Meinung zu einem Thema zu haben, und eine andere, total gegen etwas zu hetzen. Ist okay, wenn deine Meinung ist, dass das nicht okay ist.

      Darfst du auch gerne haben. Jeder hat seine Meinung, wo wären wir heute nur, wäre das nicht so?

      Dass du aber unter die Gürtellinie schießt und irgendwelche fadenscheinige Behauptungen aufstellst, geht wirklich zu weit. Twichteln ist gelaufen. Und ja, da haben sich auch Leute eingesetzt. Dann von dir der Spruch, dass das Geld wohl schon verbraten ist… Soll ich dir mal was sagen, Liebschen? Ich habe bei der ganzen Scheiße noch einen dicken Batzen Geld oben drauf geleget.

      Ich finde es Arm, wie das bei dir ausgeartet ist. Das hat nichts mit Kritik zutun, einfach auf andere einschlagen, wo man nur kann. Niveau sollte man auch im Internet haben…

  5. MarcelW

    BAP haben mal gesungen “Lass se doch reden” und so schwer es im Moment sein mag, das solltet ihr auch tun. Ich finde den Spendenaufruf gut, weil ich so etwas zu eurer Hochzeit beitragen kann.
    Außerdem kann ja nicht jeder zur Feier kommen. Nein, das wollt ihr wirklich nicht ;-)

  6. @joysurrender

    Also ich muss sagen, dass ich die Idee echt nicht übel finde. Mein Partner und ich haben unsere Hochzeit auf unabsehbare Zeit verschieben müssen, da wir uns eine Feier, wie wir sie uns vorstellen, derzeit noch nicht leisten können… und JA, wir sind beide berufstätig, nagen nicht am Hungertuch und haben eine Vorliebe für Elektronik aus dem Obstladen! Das hat aber nichts zu heißen. Den schönsten Tag seines Lebens, wenn man seine Liebe kund tun möchte, will man doch mit vielen Menschen teilen. Und es soll etwas Besonderes sein. Schnell ins Standesamt, ja sagen und ab zum Griechen danach, ist es das denn wirklich? Ich denke nicht. Immerhin wird man sich an diesen Tag im besten Fall sein Leben lang erinnern. Und dann darf es auch etwas popöser sein, finde ich. Und wenn man doch die Möglichkeit hat, wieso nicht andere Menschen fragen? Dreist hin, frech her… es muss ja niemand was geben. Und jeder von uns hat schon mehr Kohle für weniger sinvolle Dinge aus dem Fenster geschmissen ;-)

    Nun ja, ich bin gerade leider pleite, weil wir zudem auch noch bald umziehen werden, aber ich werde diese Aktion auf jeden Fall unterstützen, wenn meine neue Kohle kommt, und sei es “nur” mit 10 Euro. Denn ich finde, dass zwei Menschen, die einander lieben, den allerschönsten Tag verdient haben (/knüddelkitt off).

  7. Gloria_1964

    Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht….wer den beiden nähersteht (das geht ja durchaus auch via Twitter) oder die Idee gut findet bzw. den beiden eine Freude machen will, der “spendet” halt was und der andere lässt es.

    Aber muss man da so ein TamTam drum machen? Und was heisst schnorren?? Haben die beiden an Eurer Tür geklingelt und Euch die Sammeldose unter die Nase gehalten? Oder lediglich einen Tweet bzw. Blogeintrag geschrieben, den man auch einfach nicht lesen oder wieder wegklicken kann??

  8. ManusFlute

    Hi ihr beiden,

    Heute Mittag lese ich euren Aufruf und dachte “Hey sind die souverän,ich Spende mal n Euro” nicht weil ich auf irgendwelche Erwähnung hoffe, sondern weil ich hier einem Menschen direkt helfe.

    Vielleicht war ich sogar so weit, Dadaist mich gefragt hab “Wieso kam ich nicht drauf bei meinen Konzerten für mein neues Instrument zu sammeln”, denn nichts anderes tut ihr, ihr sammelt für etwas, dass euch wichtig ist und wofür das Geld im Moment nicht reicht. Ihr fleht niemanden an, belästigt niemanden und seid nicht aufdringlich …

    Im Gegenteil seid ihr damit eher kreativ und eure Leser haben die Möglichkeit, wenn sie wollen, etwas zurück zu geben für die lustigen und manchmal sogar informativen tweets… ;-)

    Ich wünsche euch alles gute diesen Sommer und freue mich auf schöne Bilder und tweets! Glg

    ManusFlute

  9. Oh je, also zunächst einmal: ein Shitstorm ist etwas ganz anderes. Wenn Du keine Reaktionen abkannst, darfst Du a) nicht bloggen b) nicht in Deinem Blog provozieren. Punkt.

    Sich jetzt hier zu präsentieren als armes beschimpftes Würstchen und erschrocken unvorbereitet tun, weil Dir die Reaktionen auf eine – und wir nennen das jetzt mal beim Wort – unverhältnismäßige Bitte Dir/Euch nicht gefallen, sorry, das mutet nun recht armselig an. Es stand Euch so dermaßen frei, ein paar Nächte länger über das Blogpost zu schlafen. Du hast mit viel gerechnet? Oh ja, das hast Du, haben wir alle mitbekommen. Nämlich mit Knete!

    Und jetzt gibst Du hier noch den edlen Märtyrer, tust auf großen Spendengott? Trittst also, den Leuten noch zusätzlich in den Arsch, die möglicherweise bis zu diesem neuen neuen Blogpost für Euch gespendet haben – FÜR EUCH! – nicht für irgendwelche Vereine, und entscheidest das Geld anteilmäßig für einen anderen Zweck zu verwenden? Merkst Du noch irgendwas? Sprichst gleichzeitig von Spende und von Sponsoring für Euch. Kennst Du eigentlich den Unterschied? Bekommst Du eigentlich mit, wie abmahnfähig Du Dich hier gerade komplett machst?

    Ich habe Dich gestern in meinem offenen, sehr fairen Blogpost beispielsweise gefragt, worin Eure Bedürftigkeit liegt. Du hast es nicht einmal für nötig gehalten, mir diese Frage direkt zu beantworten. Das alleine macht Deine Intention, Deine Ignoranz und Arroganz hier sehr deutlich.

    Was mich an dieser Aktion so wahnsinnig ärgert und das ist mein eigentlicher Vorwurf: Du hast ja nun offensichtlich mitbekommen, dass das deutsche Web 2.0 eine gewisse Spendabilität offenbart. Du bist nun der Erste von denen ich mitbekomme, der diese Spendabilität der Leute anspricht, alleine dazu, um ein persönliches Happening zu realisieren. Du willst das Geld nicht, um eine etwaige persönliche Katastrophe zu mindern.

    Und eben genau das wird künftig Konsequenzen haben und zwar auf die künftige Spendenbereitschaft der Leute. Die Leute werden in Zukunft viel stärker in einem echten Bedarfsfall kritischer sein, sie werden weniger geben oder sogar komplett Abstand nehmen. Was Du hier tust, das wird dazu beitragen, dass die Hilfsbereitschaft im Web 2.0 erstmal an die Wand gefahren wird. Weil Du hier ein völlig falsches Signal setzt. Und deswegen verhältst Du Dich, meiner Meinung nach, asozial!

    Und darüber kannst Du nachdenken – vielleicht schaffst Du das ja auch ohne Dich in einem Blogpost tief betroffen auszuheulen.

    • M.

      Hier zu schreiben, man sei mitverantwortlich dafür, dass die Hilfsbereitschaft sinkt ist nicht dein Ernst oder? Denkst du vorher nach, oder tipperst du einfach in die Tastatur?

      So was kannst du Leuten vorwerfen, die sich als Krank ausgeben und um spenden für eine Therapie bitten. Sich aber hinterher als Kerngesund rausstellen. Aber nicht hier.

      Und wer von Arroganz redet, ist meist nur Neidgeprägt.

    • Liebe Creezy,
      es sind genau so Kommentare wie deiner, die mich wundern. Mit so viel Ablehnung und Anfeindung hatte ich in meinem naiven Kopf wirklich nicht gedcaht. Ich dachte eben, dass einige die Idee ganz witzig und nett finden und einen kleinen Beitrag dazugeben (was auch einige gemacht haben) und die anderen mir einfach einen Vogel zeigen und das war’s.
      Dass hier aber einige Menschen hemmungslos überdramatisieren ist das, was mich wirklich wundert. Wieso wird hier gleich gesagt, wir wären doch nicht bedürftig und außerdem – was ist mit dem Regenwald und der dritten Welt?! Mensch, Leute – es war als kleines Experiment gedacht, ob sich jemand aus unserem “erweiterten virtuellen Bekanntenkreis” beteiligen möchte – nicht mehr und nicht weniger!
      Dass du denkst, ich hätte mit dieser Aktion Einfluss auf die Spendenbereitschaft in Deutschland, ehrt mich sehr. Allerdings halte ich das für völlig übertrieben. Die Leute werden sich einen feuchten Furz für diese Aktion interessieren und wer wirklich für Notleidende Spenden möchte, wird sich sicher auch nicht durch so einen kleinen Blogpost von mir davon abbringen lassen.
      Herzlichen Gruß aus Köln!

    • moi

      meine güte.
      also einige leute… wie kann man sich nur dermaßen über eine so kleine sache – wie die (wie ich finde, sehr romantische) idee der hochzeitskasse 2.0 aufregen???
      geht ihr auch direkt zu jedem, der vor dem supermarkt leute anschnurrt und regt euch lautstark darüber auf, dass er/sie es wagt, nach geld zu fragen ohne es gleich für einen “guten zweck” zu spenden????
      ich finde, eine hochzeit ist doch der perfekte zweck zu spenden. zwei menschen, die sich lieben, und uns follower öffentlich daran teilhaben lassen und sich gerne ein eheversprechen geben möchten… was gibt es schöneres, als menschen DIREKT dabei zu helfen… und dazu kommt: das schöne an einer spende ist : es ist FREIWILLIG! also statt sich hier groß aufzuregen…. spendet oder lasst es. schluss.

  10. Caro (Frau_Thor)

    Neid auf was in diesem Fall? Weil jemand heiratet? Weil jemand mehrere 1000 Follower hat? Weil viele die Idee toll finden und was springen lassen?

    Das Wort “Neid” find ich in diesem Sachverhalt absolut unpassend und dürfte das letzte sein, was die Gegner dieser Aktion hier antreibt.

    Ich erkenne allerdings, dass es hier momentan zwei sehr extreme Seiten gibt, die entweder nur weiß oder nur schwarz sind. Ich hab noch keinen Post entdeckt, der beide Seiten gegeneinander abwägt. Da ich es immer vermeide, im Internet lauthals rumzumeckern, weil es keinem hilft, versuche ich mich auch in die Seite hineinzuversetzen, deren Meinung ich NICHT vertrete.

    Im Hochzeitsklasse-2.0-Blog schrieb ich schon, dass ich nicht spenden werde, und ich begründete das auch. Gleichzeitig aber habe ich natürlich alles Gute gewünscht, weil ich es so meine und euch nicht verteufele.

    Wahrscheinlich bin ich einfach aus dem Alter raus, in dem mir die verrücktesten Ideen kommen. Aber ich hab Verständnis für unorthodoxe Ideen und find’s ja auf einer Seite auch witzig, was sich manche so einfallen lassen. Dass allerdings bei manchen die Emotionen hochkochen und sie sich genau diese Stimmung 1:1 von der Seele schreiben, kann ich ebenso nachvollziehen. Hätte ich sofort geantwortet, nachdem ich den Aufruf gelesen hatte, wäre eine lange Litanei herausgekommen mit mind. 6 Punkten, die ich ähnlich eines Vaters, der seinen Sohn übers Knie legt, rübergebracht hätte. Aber ich hab in den ganzen Jahren im Umgang mit Internetforen gelernt, dass es FÜR MICH besser ist, erstmal durchzuatmen, bevor ich gleich lospoltere.

    Zusammenfassend:

    Ich verstehe beide Seiten, allerdings die “Dagegen”-Seite noch besser. Ich denke, wie es schon ein oder zwei Leute vor mir gesagt haben, es lag einfach nur daran, dass der Aufbau des Aufrufs in höchstem Maße unglücklich gewählt war. Zu spontan geschrieben. Vor allem das Argument, ihr würdet eure Follower ja so toll unterhalten mit der Veröffentlichung eurer Privatsachen, und dafür könnten sie euch ja unterstützen. Bisher dachte ich, dass man bei Twitter ist, um Follower zu bekommen, mit denen man sich auch mal über gemeinsame Interessen austauschen kann. Ich erwarte kein Publikum, das mir auf der Bühne zusieht, so wie ihr das anscheinend macht – um hinterher sehr wohl mit dem Klingelbeutel herumzugehen. Oder ich habe Twitter komplett falsch verstanden.

    Es mag aber wohl wirklich dran gelegen haben, dass ihr beide euch zu sehr auf positives Feedback verlassen habt, da ihr euch ob der sehr hohen scherzinfarkt-Followerschar wahrscheinlich wirklich in höheren Sphären glaubtet. Aber bitte spielt jetzt nicht die Beleidigten. Ihr erwartet, dass man euch versteht. Aber versucht auch, die Gegner eurer Idee zu verstehen. Stellt euch vor, ihr würdet euren Aufruf als einen lesen, der von einem 08/15-Blogger geschrieben wurde. Wenn ihr jetzt sagt: “Klar, wir hätten sofort was dazugelegt”, nehm ich euch das nicht wirklich ab. Denkt darüber nach. Und geht ehrlich damit um.

    Liebe Grüße

    Caro (Frau_Thor)

  11. Caro (Frau_Thor)

    Ergänzung:

    Hab eben erst deinen letzten Post gelesen, Florian. Ich sehe, ihr habt zwar mit “einen Vogel zeigen” gerechnet, aber dennoch nicht mit größerer Entrüstung. Das kann ich selbstverständlich nachvollziehen und verstehe auch eure Erwartungshaltung, was negative Antworten betrifft.

    Die Grenzen hierbei sind natürlich fließend, und wenn man in Rage ist und sich sehr aufregt, kommt man schnell vom 100stel ins 1000stel. Kenn ich von mir selbst ja auch. ;-)

    Ich hoffe, du siehst meine Kommentare nicht als grobe Meckerei an, denn so sind sie nicht gedacht. Ich bin einfach zu alt für sowas. ;-)

    Liebe Grüße

    Caro (Frau_Thor)

  12. HaMa

    Größe hättest du gezeigt, wenn du ALLES gespendete Geld abgeben würdest. Die 25%-Abgabe wirkt jetzt schon wieder wie eine Art Bauernfängertrick. Um es gleich zu betnen: WIRKT so. Dass es nicht deine Intention ist, den Leuten wahllos Geld aus der Tasche zu ziehen, ist klar.

    Was ich bedenklich finde: Das hier zeigt, dass du offenbar NICHTS von den kritischen Stimmen gelernt hast und einfach nicht verstehst, dass dein Handeln schlicht falsch ist.

    Das ganze als “Gutmenschen”-Gerede abzukanzeln macht es nicht besser. Es ist nunmal gottseidank Fakt, dass der Mensch sein Handeln moralisch bewerten kann – auch ohne ein scheinheiliger Weltverbesserer zu sein.

    Bitte, lieber Scherzinfarkt, beende diesen Irrsinn. Du fügst dir und deinem Blog einen wirklich immensen Schaden zu, wenn du allen ernstes diese Sache weiterlaufen lässt. Jetzt trotzig zu reagieren macht es wirklich nicht besser.

    Und BTW: Du bist keine “Person öffentlichen Interesses”, auch wenn du es gerne wärst.

    Grüße von HaMa

  13. joysurrender

    Du lieber Himmel! Auch wenn einige Menschen praktisch im Internet leben… haben so wenige Leute kapiert, dass jeder hier immer noch tut, was er möchte… oder eben nicht? Wer nix geben will, lässt es halt, wo ist denn da das Problem? Manchmal glaube ich, dass einige Leutchen nur in die Tasten hauen, um sich über irgend etwas künstlich aufzuregen. Also wenn das alle Eure Probleme sind, fang ich jetzt an, neidisch zu werden auf Euch. Get a life! ;-)

  14. Stefan_1977

    Hallo,

    habt ihr alle zu viel Zeit? Lasst den beiden Jungs doch ihren Spass.
    Wer nicht spenden will, spendet nicht, wer will der gibt was, fertig!

    Wie Florian schon geschrieben hat, interessiert doch keinen.

    Gruß
    usw

  15. Mich wundert, dass du dich wunderst, dass eine durchaus ungewöhnliche Aktion wie diese nicht nur Zuspruch, sondern auch Gegenwind erzeugt. (Ein Shitstorm ist doch eine deutliche Nummer größer).

    Ich denke, dass der Gegenwind um einiges seichter ausgefallen wäre, wenn du nur geschrieben hättest “Hey, ich wurde gefragt, ob man uns eine Freude machen kann für unsere Hochzeit — ja, kann man, ich hab hier eine Paypal-Hochzeitskasse und freu mich”. Du spielst aber (bewusst oder unbewusst; da ich dich nicht kenne, will ich mir kein Urteil erlauben) mit dem Geltungsdrang der Menschen, die durch einen Geldbetrag die Chance bekommen, in einem durchaus bekannten und beliebten Twitteraccount im Kontext Großzügigkeit namentliche Erwähnung zu finden. Das gibt dem ganzen ein Geschmäckle, das sich nicht von der Hand weisen lässt.

    Mir geht es sicher nicht um Neid, ich gönne euch die fetteste Hochzeit der Welt, und wenn sie durch Geldgeschenke von Twittermenschen finanziert wird. Aber der soziale Raum, in den du hineingerufen hast, gibt dir Rückmeldung, dass mit der Art etwas nicht stimmt, wie du deine Hochzeitskasse aufgestellt hast. Das Wort “Spende” zu benutzen war ungeschickt, denn damit habt ihr die Frage nach eurer Bedürftigkeit herausgefordert; es ist kein Wunder, dass sie euch nun vehement gestellt wird. Da sehe ich auch Creezys Argument: Du vermischt das Konzept “Geldgeschenk zu festlichem Anlass” mit “Spende für einen guten Zweck”, rein auf sprachlicher Ebene.

    Vor diesem Hintergrund jetzt wirklich 25% der Hochzeitskasse einem guten Zweck im ursprünglichen Sinne zukommen lassen zu wollen, ist in meinen Augen übrigens völlig unnötiger Aktionismus — die Menschen wollten EUCH doch etwas schenken, und dabei hättet ihr es doch ruhig belassen können.

    Einfach “Leben und Leben lassen” zu argumentieren, wie Tweetwerk es in seinem Blogeintrag zum Thema tut, finde ich da etwas schwierig: Schließlich richtet ihr eine Bitte an einen Nutzerkreis, der durchaus dafür bekannt ist, eine Meinung zu haben und sie auch zu äußern. Kritik und “Leben und leben lassen” schließen sich im Übrigen ja nicht zwangsläufig aus.

  16. Maren

    Ich hatte deinen Aufruf gestern gelesen und musste bei der Passage, in der ihr die vielfältigen Möglichkeiten einer sensationellen Eheschließung entdecktet um kurz darauf festzustellen, was der Spaß kosten soll, grinsen. Ich habe selbst vor Kurzem geheiratet und kann das gut verstehen. So eine Hochzeit ist verdammt teuer. Und das ist auch der Grund, warum viele Hochzeiten auf den ersten Blick unspektakulär wirken, obwohl sie richtig Asche gekostet haben. Aber so ist das Leben nun mal, man kann eben nicht alles bekommen, was man gerne hätte.

    Ich finde eure Aktion ok. Klar ist sie dreist, aber wer euch gerne was dazu tun möchte, kann das ja gerne machen. Das finde ich nicht schlimm.

    Was mich aber stört, ist deine beleidigte Reaktion auf die Kritiker. Als ich vor Jahren noch Azubi bzw. Student war, wollte ich mir unbedingt die Augen lasern lassen. Ich habe dazu eine Webseite gebastelt, auf der ich das ganze Prozedere erklärt habe und einen Hinweis hinterließ, dass man mir da gerne was dazu geben können, wenn man denn mag.

    Nach all den Jahren freue ich mich immer noch, dass ich so ein paar Euro zusammenbekommen habe. Die Wellen, die mein Projekt im Internet schlugen, waren allerdings beachtlich. Es gab Seiten, auf denen meine Dioptrienzahl diskutiert wurde, ich wurde aufs Übelste beleidigt, meine Mailadressen wurden auf Spam-Listen eingetragen udnd as Schlimmste: Ich bekam Anrufe von Leuten, die meinten, wenn ich mich mal mit denen im Hotel treffen würde, gäben sie mir gerne was…

    Es war nicht schön und ich war angewidert, wie Menschen in vermeintlicher Anonymität reagieren können. Und ich war definitiv alles andere als bekannt und damals war auch noch nicht jeder Hinz und Kunz im Internet.

    Du kennst dich doch deiner Meinung nach im Internet aus wie in deiner Westentasche und weißt von deinem Bekanntheitsgrad. Schließlich hat dich das doch auch zu diesem Aufruf bewegt.

    Ich bin daher sehr überrascht, dass du hier bei den paar negativen Kommentaren schon von einem „Shitstorm” sprichst. Die Reaktionen waren vielleicht so rosa geblümt, wie du sie dir erwünscht hast, aber die meisten Meinungen waren doch immerhin begründet. Sie haben nur nicht deinen Standpunkt vertreten. Oder hast du alle Kommentare mit (sicherlich auch schwulenfeindlichen) Inhalten schon gelöscht?

    Wenn ich mir die Spendenliste so ansehe, haben ja schließlich auch schon diverse Leute Geld überwiesen. Im Verhältnis zu den Leuten, die sich negativ im Kommentarbereich äußeren, ist das meiner Meinung nach ein guter Schnitt.

    Ich wünsche euch dennoch beiden alles Gute und eine tolle Ehe.

  17. Gloria_1964

    Maren, denkst Du nicht, dass die Beiden wahrscheinlich mit Direct Messages überschwemmt wurden und die Bezeichnung “Shitstorm” überhaupt nicht auf die hier geposteten negativen Kommentare gemünzt ist? Die ja zumindest alle sachlich sind??

    Ich kann mir jedenfalls lebhaft vorstellen, was sie da so alles in ihrem Postkasten gefunden haben….:-(

  18. Pingback: Twitterhochzeit oder der Versuch derselben

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