Omas mit Hund
In der Stadt und beim Weg in den Supermarkt begegnet mir ein Gespann immer wieder, das mich die Stirn runzeln lässt. Ich meine Omas mit Hund. Immer wieder sehe ich ältere Damen, jenseits der 70, die ihren Fiffi (meist klein und etwas verfilzt) ausführen. Und irgendwie frage ich mich immer wieder: Soll ich das nun süß finden oder eher traurig?
Ich überlege mir dann meistens, was dahinter steckt. Einerseits ist es schön, wenn ältere Menschen mit einem Hund noch einen Gefährten haben und eine “Aufgabe”. Aber schadet die Haltung durch einen Menschen, der sich kaum eigenständig verpflegen kann, nicht ungemein dem Hund?
Die meisten kleinen Filz-Hunde sind ungemeine Energiebündel – die müssen auch mal rennen und sich austoben und viel laufen. Aber wie sollen sie das an der Seite einer alten gebrechlichen Frau tun? Und doch sind ganz ganz viele alte Damen mit kleinen Hunden da draußen unterwegs.
Ich frage mich dann auch oft, ob die Damen den Hund erst zu sich geholt haben, als sie alt (und eventuell verwitwet und allein) wurden, oder ob der Hund mitgealtert ist. Aber so ein Hund wird gerade einmal um die 13 Jahre alt – da müssen die meisten Senioren doch schon vorher nicht richtig in die Zukunft gesehen haben.
Aber kann man überhaupt darüber schimpfen, wenn sich alte Menschen einen Hund halten, den sie offensichtlich nicht mehr artgerecht halten können? Immerhin geben diese Hunde den Menschen mit Sicherheit auch eine ganze Menge zurück. Und eins ist sicher: Diese Art von Hundehaltern ist immer für ihre vierbeinigen Freunde da und gibt alles, um ihnen was Gutes zu tun.
Am Ende ist “Omas mit Hund” (oder Opas – aber meistens sind es doch alte Damen, die ihren Fiffi hinter sich herziehen) so ein Phänomen des Alltags, bei dem man nicht sagen kann, ob es gut oder schlecht ist. Unterm Strich ist es wahrscheinlich eher besser als schlechter, weil die Halterin sicher mehr von ihrem Hund profitiert, als dass der Vierbeiner unter der mangelnden Mobilität von Frauchen leidet.
Dieser Eintrag wurde geposted amDonnerstag, März 10th, 2011zu11:08und ist abgelegt unterBeobachtungen, GedankenSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can leave a response, or trackback from your own site.











Interessante Frage- ich hoffe dabei immer darauf, dass sich das wie folgt erklären lässt: ihre Kinder haben Oma als Opa gestorben ist einen armen, alten Dackel der nicht mehr gut zu Fuß ist aus dem Tierheim geholt. Alle sind glücklich, weil Oma dann nicht mehr so alleine ist und der Dackel nochmal ein tolles zu Hause gefunden hat statt alleine im Tierheim zu sterben.
Aber so in Realität… gut, man sieht wenig Senioren mit Windhunden, Huskeys oder Schäferhunden. Aber leider viel zu viele Dackel bei denen der Bauch auf dem Boden schleift (“nimm noch was von dem Tiramisu, Bello”) oder entsprechend verstörte Tiere, die entweder völlig apathisch sind oder sofort alles angreifen, was sich mehr als 2m nähert.
Die nächste Oma einfach mal fragen? Die meisten reden ja gerne
Erst einmal selbst in die Jahre gekommen, stellt man meist fest, dass das alleine Leben auf die Dauer sehr öde ist und man sich viel zu wenig bewegt. Ein Hund ist dann ein guter Weggefährte, der ältere Leute dazu zwingt, sich mehr zu bewegen. Immerhin muss so ein liebenswertes Tierchen regelmäßig ausgeführt werden.
Außerdem hilft so ein Hundchen oftmals dabei soziale Kontakte zu anderen Hundehaltern zu knüpfen und diese dann auch über Jahre aufrecht zu erhalten. So können Freundschaften entstehen und das Alleinsein wird erträglicher.