Zu Besuch in der Geisterstadt Pier
Ein Ort, in dem keiner wohnt – das ist ja schon ein wenig gruselig. Doch durch die aktuelle Katastrophe in Japan und den Bezug zu Tschernobyl, wo eine ganze Stadt aufgrund der Strahlung verlassen ist, kam ich mit meinem Freund darüber ins Gespräch, dass es doch irgendwie cool wäre, durch eine Geisterstadt zu laufen.
Allerdings war uns klar, dass man Prypjat weder einfach mal so besuchen kann, noch sollte. Aber das ist ja nicht schlimm, schließlich ist das nicht die einzige Geisterstadt der Welt und ganz in der Nähe gibt es auch noch weitere, wie uns Google lehrte. So zum Beispiel das kleine Dorf Wollseifen in der Eifel, eine Autostunde von Köln entfernt. Also fuhren wir dort hin, um vor Ort festzustellen, dass uns von Wollseifen ein straket Fußmarsch trennt, der steil bergauf und -ab geht – und das wollten wir uns nicht zumuten.
Kurz darauf haben wir dann ein Ziel gefunden, das auch für uns fußfaule Geisterstadt-Touristen erreichbar ist: Das Dorf Pier, einen Ortsteil von Inden in der Nähe von Düren.
Genau genommen ist Pier (noch) kein Geisterdorf, schließlich leben hier noch vereinzelte Menschen. Aber Pier ist dem Tode geweiht und auch schon geräumt. Die Bewohner sollen wegen des benachbarten Braunkohletagebaus umgesiedelt werden und wurde aufgefordert, ihr Dorf zu verlassen, weil an dieser Stelle ab 2015 nach Braunkohle gebaggert wird.
Also ist von den einst 1300 Bewohnern nur noch eine Handvoll da, die Kirche ist entweiht, die Geschäfte sind geschlossen und die meisten Türen sind verrammelt. Pier stirbt aus, es ist dem Untergang geweiht. Die Einzigen, die in Pier noch aktiv sind, sind Abbruchbagger – sie nagen sich durchs Dorf und machen nach und nach alle Häuser dem Erdboden gleich.
Neugierig wie wir sind, haben wir diesen dem Ende geweihten Ort besucht, haben zugenagelte Häuser und verwitterte Gärten gesehen, sind an längst geschlossenen Gaststätten und Bushaltestellen, an denen kein Bus mehr hält, entlanggegangen. Die Stimmung ist schon kurios in Pier – vor allem, weil eben noch ein paar unvertreibbare Menschen hier ihr Zuhause haben. So fühlt man sich doch immer irgendwie als Störenfried im toten Dorf. Außerdem ist die Pierer Hauptstraße immer noch stark befahren: Wer immer in eines der noch belebten Nachbardörfer will, muss mitten durch das aussterbende Örtchen.
Also haben wir einige Bilder gemacht, einen Geocache gehoben und uns schnell wieder aus dem Staub gemacht. Aber der Ausflug war schon ganz schön aufregend. Die Bilder aus Pier – schaut selbst:
Dieser Eintrag wurde geposted amFreitag, März 25th, 2011zu21:04und ist abgelegt unterBeobachtungenSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.











