Beim Friseur

Die Maschine rattert in meinem Nacken, das Mädel fährt mir leicht durch meine Haare, zieht sie straff, lässt sie wieder fallen. Ich lasse mich auch fallen. Ich schließe die Augen, lausche dem Brummen und denke an – nichts… Ein Besuch beim Friseur bedeutet für mich tiefste Entspannung!

Es gibt ja Leute, für die ist ein Besuch beim Hairstylisten die reine Qual. Die wollen sich nicht befummeln lassen, mögen die Geräusche und Gerüche nicht. Bei mir ist das genau umgekehrt. Ich steht total drauf, wenn mir die Friseurmaus die Haare stutzt oder mir meinen Kopf wäscht – da könnte ich regelmäßig einschlafen.

Manchmal komme ich mir dabei ganz schön unhöflich vor, ist ein Besuch beim Friseur doch eigentlich hauptsächlich dazu da, sich mit dem Scherenschwinger zu unterhalten und nur ganz nebenbei bekommt man dabei eine neue Frisur verpasst. Ich rede aber nur das nötigste (“Ja, kurz bitte!”) und gebe mich dann ganz dem Genuss hin.

Wie ist das bei euch? Lasst ihr euch auch gerne neu frisieren oder ist der Besuch in Uschis Salon nur eine lästige Pflicht? Genießt ihr die fremden Hände, die an eurem Kopf herumwuseln oder könnt ihr das eher nicht leiden? Ich bin gespannt, ob ich der einzige bin, dem es so geht. Bin ich nachher noch pervers?!

(Foto: Silke Kaiser / pixelio.de)

Dieser Eintrag wurde geposted amDonnerstag, April 14th, 2011zu19:14und ist abgelegt unterGedanken, MeinungenSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can leave a response, or trackback from your own site.

Über den Autor:

Florian Meyer ist Online-Redakteur und Tupperware®-Berater in Köln, Netz-Junkie, Twitterer, Beobachter, Schreiber

4 Comments

  1. Ich liebe es, das geb ich unverhohlen zu.

    Es geht sogar so weit, dass ich regelmässig zu meinem Standardfriseur im Wohnort meiner Eltern gehe, was eine gute Stunde an Bahnfahrt bedeutet. Zum Glück kann ich das jeweils mit einem Besuch bei meinen Eltern verbinden.

    Aber diese herrliche Kopfmassage während dem Waschen, das Beobachten der fallenden Haare… Wie Stück für Stück aus einem unansehnlichen Stück Wolle wieder so etwas wie eine attraktive Frisur entsteht…

    Ich liebe es.

  2. Johannes

    Oh, ich hasse den Frisörbesuch!
    Man will eigentlich nur die Haare geschnitten bekommen, aber dan heißt es sofort, “Ja, wo fährst du den denn in den Ferien hin?” oder “Ich hatte hier mal jemanden, der einen kannte, der einen kannte, der 10 Jahre bevor du dort warst auf deiner Schule war? Kennst du den?”
    Und hinterher ist man sowieso unzufrieden mit der Frisur. (Ok, man gewöhnt sich nach ein paar Tagen dran…)

  3. Was Johannes sagt.
    Ich kann da garnicht entspannen, wenn die Frisösentussi ständig anfängt zu labern. Ich bezahle sie fürs Schneiden und nicht fürs Reden.

  4. Ich bin eigentlich schon immer gerne zum Friseur gegangen, obwohl ich hinterher meist erstmal kreuzunglücklich war und meine “neuen” Haare blöd fand. Manchmal fand ich die neuen Haare dann auch noch nach dem ersten eigenen Waschen blöd und landete am Ende immer wieder bei kurzen Haaren. Schließlich verwächst bei kurzen Haaren das Blöde schneller wieder.

    Vor zwei Jahren habe ich dann einen anderen Friseur gefunden und seitdem liebe ich Friseurbesuche über alles. Dieser Friseursalon ist wie eine große Familie. Es gibt grundsätzlich immer Kaffee und manchmal mitgebrachte Süßigkeiten vom Bäcker nebenan. Oh, und natürlich die Ergebnisse. Seit ich dort hingehe, sehe ich mir selbst ein ganzes Stück ähnlicher. Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen: “Mach mal, wie du meinst…” und muss hinterher nicht mit einer Papiertüte auf dem Kopf herumlaufen. Blöde Ideen werden mir erstmal bis zum nächsten Besuch verboten, dann könnte ich mit der gleichen Idee vielleicht glück haben.

    Hach, Friseur ist super.

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