Verkaufsgedanken

Es ist wie verhext: Genau in dem Moment, wo man es nicht gebrauchen kann, kommt das große finanzielle Unheil auf einen zu (okay, wann kann man schon ein finanzielles Unheil gebrauchen?!). Bedeutet in unserem Fall: Mitten in den Hochzeitsvorbereitungen ist unser Auto schwer verletzt in die Werkstatt eingeliefert worden und wird wohl mindestens 800 Euro für Inspektion, TÜV und einen neuen Zahnriemen verschlingen. Da stellt man sich doch die Frage: Brauchen wir das Auto eigentlich noch?

Das Büro ist fußläufig zu erreichen, für mittlere Strecken stehen im Keller zwei Fahrräder und die Bahn-Haltestelle ist kaum zehn Geh-Minuten weit entfernt – wozu also noch ein eigenes Auto? Dazu kommt der Faktor, dass mich der VW Golf im letzten Jahr schon mehrfach geärgert hat und Unmengen an Reparaturkosten verschlungen hat. Außerdem wurde erst vor ein paar Wochen unsere komplette Straße halbseitig zum Parkverbot erklärt und für einen Garagenplatz bin ich zu geizig.

Sollte ich nun also das Auto verkaufen? Was mag mir ein VW Golf IV mit 120.000 Kilometern (Automatik, 100 PS) wohl noch bringen (wer’s etwa weiß, möge es bitte in die Kommentare schreiben)? Und sind Flinkster, Cambio und Co. vernünftige Alternativen?

Denn ganz ohne Auto geht es natürlich nicht. Hin und wieder muss man mal zu Ikea und meine Großeltern im 50 Kilometer entfernten Bonn wollen auch besucht werden (ganz zu schweigen von der Verwandtschaft meines Freundes in Kiel). Aber unterm Strich benutzen wir das Auto vielleicht ein oder zwei Mal in zwei Wochen. Lohnt es sich da überhaupt, den eigenen Wagen, der noch Kosten für Versicherung und Steuer verschlingt, vor der Tür zu haben?

Leider kann ich nicht so richtig abschätzen, ob es wirklich günstiger wäre, etwa auf Flinkster (Carsharing der Deutschen Bahn) umzusteigen. Erfahrungsberichte finde ich im Internet auch kaum welche und vor allem kann ich nicht abschätzen, ob ich mich nicht später doch ärgern würde, wenn ich meinen eigenen Wagen und damit ein großes Stück Freiheit abgegeben habe.

Jetzt sind eure Meinungen und Erfahrungen gefragt: Was taugen Carsharing-Angebote wie Cambio oder Flinkster? Ab wann lohnt sich das ganze? Oder sind sämtliche Bedenken gegen einen Autoverkauf nur sentimentaler Unfug? Ich bin gespannt, was ihr meint…

Dieser Eintrag wurde geposted amDienstag, April 12th, 2011zu16:01und ist abgelegt unterGedankenSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can leave a response, or trackback from your own site.

Über den Autor:

Florian Meyer ist Online-Redakteur und Tupperware®-Berater in Köln, Netz-Junkie, Twitterer, Beobachter, Schreiber

10 Comments

  1. Dirk

    Ich vermute mal das dein Golf so Baujahr 98/99 sein müsste.

    Mein Golf 4 ist zumindest so alt und die Inspektion lasse ich schon seit Jahren sausen und lösche jedes mal die Anzeige, wenn sie aufblinkt. Wozu auch teuer Geld für etwas ausgeben, für ein Auto was a) schon so alt ist und b) man vermutlich solange fahren wird, bis es auseinander fällt?

    An deiner Stelle hätte ich nur den TÜV machen lassen, was dich vielleicht knappe 100€ gekostet hätte und den Rest wie Zahnriemen auf später hinaus geschoben.

    • Hätte ich auch gerne gemacht, aber der Zahnriemen war schon kurz vor Exitus leider. :-(

      • Dirk

        Oh.

        Mein Golf hat schon mehr als 1360.000km runter und es ist immer noch der Original Zahnriemen. Vielleicht sollte ich diesen demnächst doch mal austauschen.

      • Zahnriemen ist allerdings bei 120.000km fällig. wenn der reißt kommts zum Motorschaden,.. wechseln oder RISIKO;)

  2. Marcel Winkel

    Was dein Auto beim Verkauf etwa bringen könnte, sagt dir sicher die Werkstatt oder eine Suche auf autoscout24.deAllerdings sind Carsharing und ÖPNV ja nicht kostenlos. Und nach Kiel und Bonn fahren auch Züge.

    Die Frage ist wohl eher, ob du bereit bzw. in der Lage bist, auf die ständige, sofortige Verfügbarkeit eines PKW und die damit gegebene Bequemlichkeit zu verzichten.

  3. Hey Flo!

    Ärgern tut einem bei dem Auto doch bestimt auch der Benzinverbrauch, bei der alten Wandlerautomatik, oder?

    Abgesehen davon, dass Golfs mit Automatik nicht unbedingt zu den “Rennern” auf dem Gebrauchtwagenmarkt zählen denke ich dass du bei Mängeln, ohne Tüv mit fälligem Zahnriemen hoffen könntest ihn für 3.500€ loswerden zu können.

    Genau da liegt nämlich auch der Händlereinkaufswert laut DAT von deinem schätzchen.
    Gut gepflegte exemplare mit Scheckheft und keinen fälligen Reparaturen schießen natürlich auch schonmal auf 4.500-5.000€ Euro, aber erinnere ich mich richtig dass deiner Grün ist und ne helle Innenausstattung hat?!

    Drück dir die Daumen. Wenn du Ersatz nötig hast kannste dich ja an o.a Adrresse wenden;)

    lg Thomas

  4. Astrid

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen das ein Auto in Städten mit gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr völig unnötig ist. Seit ich in Oldenburg wohne habe ich nicht einmal ein eigenes Auto vermisst. Mit Bus und Fahrrad kann man überall prima hinkommen.

    Will ich meine Eltern 70km entfernt besuchen fahre ich mit der Bahn. Und falls ich doch mal ein Auto brauche (weil ich eben zu Ikea und etwas größeres kaufen will) leihe ich mir eines. Wobei ich mich demnächst bei Cambio anmelden werde um nicht immer auf Freunde angewiesen zu sein. Das ist sehr günstig und sogar in einer relativ “kleinen” Stadt wie Oldenburg (im Vergleich zu Köln) durchaus zu finden.

    Billiger als mit einem eigenen Auto komme ich mit Cambio, Busfahrkarte und Fahrrad auf jeden Fall dabei weg.
    Daher kann ich sagen das ich ein eigens Auto auf keinen Fall vermisse. Im Gegenteil. Es spart mich Geld, Nerven und meistens sogar Zeit. Schließlich zahle ich nicht für überteuerten Sprit, Versicherungen etc, muss mich nicht mit der Parkplatzsuche herumschlagen und womöglich noch riesige Umwege fahren weil mal wieder irgendeine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

    Allerdings sollte jeder für sich selbst entscheiden wofür er ein eigenes Auto braucht und die Kosten für sich abwägen.
    Ich jedenfall habe die ideale Lösung für mich gefunden.

  5. Dominic

    Also ich habe mich vor 1.5 Jahren vom Auto getrennt. Sollte ich mal eins brauchen, greife ich zu Cambio (hier in Bielefeld der einzige Anbieter) und bin bisher sehr zufrieden. Auf der cambio-Webseite kann man auch mal durchrechnen, was ein WE in Kiel kosten würde.

    Nach Bonn kommt man ja bei Euch sogar mit der Strassenbahn und nach Kiel fahren aus Köln heraus auch Züge.

    Es tut nur am Anfang weh ;)

  6. moe

    ich muss ganz ehrlich sagen, die carsharing angebote sind nett…aber im vergleich doch auch ganz schön teuer…ich hab mir bei der bahn letztens für 3 stunden ein auto gemietet, bin knapp 60 km gefahren und es hat mich etwa 25 euro gekostet…klar ist das nicht so viel im vergleich zum unterhalt eines eigenen autos, aber wenn ihr damit von köln bis nach kiel fahren wollt, werdet ihr arm :) und die bahntickets bis nach kiel kämen dann ja auch noch mal dazu…

    wobei die praktikabilität ist schon großartig…man meldet das über die internetseite an und kann dann mit ner plastikkarte das auto aufmachen, fahren und stellt das nachher einfach wieder auf dem parkplatz ab und macht es mit der plastikkarte wieder zu…kein aufwand und funktioniert gut!

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