Abschied tut weh – immer. Besonders Abschiede von Freunden, die man seit Jahren kennt. Ganz ähnlich fühlt es sich jetzt an, wo die allerletzte Episode der “Desperate Housewives” über die (US-)Bildschirme geflimmert ist. Bye, bye, Mädels – ich werde euch vermissen!
Und was war das nur für ein Finale! Herzergreifend, zu Tränen rührend, traurig und aufmunternd – zum Schluss hat Serienschöpfer Marc Cherry noch einmal ganz tief in die Trickkiste gegriffen (und hatte sogar kurz vor Ende einen kleinen Auftritt als Möbelpacker). Zugegeben: In den letzten Jahren war schon ein bisschen der Lack ab bei den Hausfrauen aus der Wisteria Lane – die spannendsten Geschichten waren alle erzählt, die emotionalsten Geschichten alle aufgedeckt. Und doch habe ich bis zum Schluss gerne zugeschaut, habe keine Folge verpasst, habe die Housewives zum Ende hin eher als wöchentliche Soap, als als die Mystery-Dramedy gesehen, als die sie gestartet waren.
Es ist die Mischung aus Humor und Drama – gewürzt mit einer ordentlichen Portion Lebens-Lehre -, die die Housewives zu dem machen, was sie sind. Und auch das Finale ist voll von Gänsehaut-Momenten. Wer noch nicht zu viel wissen will, sollte hier wohl nicht weiterlesen, deswegen ein Spoiler-Hinweis! Es wird geheiratet, geboren und gestorben. Kreise schließen sich, Freundschaften entflechten sich und das Schlimmste: Die Mädels verlassen nach und nach die Wisteria Lane. Nach all den Jahren, all den gemeinsamen Momenten – so ist nunmal der Lauf der Zeit.
Ergreifend ist vor allem die allerletzte Szene: Susan verlässt die Wisteria Lane und lässt nicht nur ihre Freundinnen zurück, sondern auch die Geister der Nachbarschaft: Charaktere, die gestorben sind, schauen ihr auf ihrem letzten Weg nach und Mary-Alice hat letzte weise Worte parat: “…even the most desperate life is oh, so wonderful!” Wer die Szene schonmal sehen möchte – bitteschön:
Der Abschied tut weh, aber er war wohl leider nötig. Den richtigen Moment fürs Ende hatten ABC und Marc Cherry eh schon verpasst, der “Wenn’s am Schönsten ist, soll man aufhören”-Moment liegt irgendwo in der Vergangenheit, wahrscheinlich zwischen der dritten und fünften Staffel. Dennoch waren uns die Damen aus der Wisteria Lane in den letzten acht Jahren treue Wegbegleiterinnen – mit all ihren Problemen, Sehnsüchten, Dramen und Emotionen.
“Desperate Housewives” war eine meiner Lieblings-TV-Serien – wenn nicht sogar DIE Lieblingsserie. Alles, was nun bleibt, ist die Gewissheit, dass keine Fragen mehr offen sind, wie es mit den Mädels weitergeht. Und das Hoffen, dass Marc Cherry ganz bald eine neue Serie an den Start bringt, die ähnlich toll ist. Vielleicht gelingt ihm das ja schon mit “Devious Maids”, der Serie, für die er gerade einen Piloten dreht. Im Mittelpunkt stehen auch diesmal wieder vier Frauen – es sind Dienstmädchen aus Beverly Hills, die ihre eigenen Lebensträume verfolgen…
(Foto: ABC)









