Null Zinsen, null gelernt…
Ich habe wieder ein neues Spielzeug. Eine Playstation 3 habe ich mir gestern gegönnt, nachdem ich mir überlegt hatte, nun auf BluRay umzusteigen. Praktisch, dass es im Moment bei einem großen roten Elektroladen, der mit einem humorbefreiten selbsternannten Comedian wirbt, kostenlose Finanzierungen gibt. So zahle ich nur rund 15 Euro im Monat für meine PS3. Allerdings kam ich bei der Daten-Aufnahme ein wenig ins Plaudern mit dem Finanzierungs-Mitarbeiter - und muss feststellen: So gut, wie das alles klingt, ist es dann doch nicht. Zumindest nicht, wenn man weiterdenkt....
Wichteln – aber diesmal in Zweipunktnull
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, die Weihnachtszeit ist mir ein Grau'n... Ja, ich bin bekennender Weihnachtshasser. Wenn der Duft von Kommerz durch die viel zu früh viel zu dunklen Straßen zieht, alle mitmenschlich sind und hinter den Lichterketten-verschandelten Hausfassaden in besinnlichen Familien die Fetzen und die Fäuste fliegen, möchte ich nicht dabei sein. Aber man entkommt dem ganzen Spökes ja auch nicht. Das Schlimmste an Weihnachten waren früher immer die Weihnachtsfeiern, auf denen gewichtelt wurde: Kleine Glas-Elefanten oder andere Abscheulichkeiten wurden aus Eigentlich-Müll-aber-man-könnte-es-noch-verschenken-Kisten gezogen, in grün-rotes Papier gequetscht und einem zugelosten Opfer übergeben.
Panik und ihre Halbwertzeit
Was hatten wir alle eine Angst. Wir werden sterben, jämmerlich krepieren, verrecken, röcheln, leiden... Da waren wir uns sicher. Damals, im April 2009, als auf einem fernen Kontinent die ersten Menschen an der Schweinegrippe erkrankten, in Mexiko gar ein paar Menschen starben. Wochenlang gab es kaum ein anderes Thema, als die böse Schweinegrippe, unser vermutlich aller Ende. Und heute, ein halbes Jahr später, ist die Schweinegrippe mitten unter uns - und keinen interessiert's!
Buchkritik: “Aus der schönen neuen Welt”
Darum geht's: In "Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere" zeigt Enthüllungs-Journalist Günter Wallraff in fünf Reportagen erneut Missstände in Deutschland auf. Unter anderem hat er in der Rolle des aus Somalia stammenden Kvami Ogonno eine Reise durch die Bundesrepublik unternommen, um den alltäglichen Rassismus des Landes zu schildern.
So ist's: Wer denkt, dass wir in einem rosaroten Gutelaune-Land leben, sollte dieses Buch dringend lesen. Schockierend, welche Einblicke Wallraff gibt. Dabei hat mich weniger überrascht, dass man als Dunkelhäutiger in Deutschland immer noch schief angeschaut wird oder dass er als Obdachloser täglich knapp am Tod vorbei lebt, sondern eher, was Günter Wallraff in einer Billig-Bäckerei für Lidl-Billigbrötchen oder im Callcenter erlebte. "Aus der schönen neuen Welt" enthüllt, schockiert und prangert an. In unsererem Land ist nicht alles, wie es scheint. Und Wallraff legt schonungslos den Finger in die Wunde. Eine Lektüre, die Augen öffnet!
Panik unterm Regenbogen
Man sollte vorsichtig sein, wem man zustimmt - und in welchem Maße. "Full Ack!" habe ich heute getwittert, nachdem ich einen Artikel auf Welt.de gelesen habe. "Full Ack" - das bedeutet "Volle Zustimmung" und war, wie ich inzwischen weiß, falsch. Richtig wäre "recht große Zustimmung" gewesen, oder besser noch "Guter Ansatz". Denn inzwischen hat der Artikel von Philipp Gut weite Kreise gezogen, für Aufsehen gesorgt. Er schreibt "Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden" und prangert die Verkultung des Schwulseins an. Da kann ich zustimmen. Aber: In dem Text verbergen sich zahlreiche gemeine Spitzen, die ich im ersten Anlauf nicht als solche wahrgenommen habe.
Stell dir vor, es ist Terror und keiner hat Angst
Streifenwagen überall in meiner Heimatstadt. Vor dem Kölner Dom stehen Streifenwagen, drei bis vier stehen auf dem Neumarkt, mitten auf dem Rudolfplatz noch einer (Foto). Willkommen im Herbst 2009. In einer Zeit der Terror-Bedrohungen. Zahlreiche Videos von Al Kaida wollen uns Angst machen. Aber Angst - die hat anscheinend keiner. Denn bis auf die Streifenwagen und patroulierende Polizisten mit Maschinenpistolen an Flughafen und Hauptbahnhof ist nichts zu spüren von Terror-Angst.
This is Germany here – please speak English!
Congratulations, unser Land befindet sich wieder mitten in einer Sprachdebatte! Nachdem unser bald-vielleicht-mal-Außenminister Guido Westerwelle einen englischsprachigen Reporter abgebügelt hat wird er allerorten durch den Kakao gezogen und feuert zurück: Jüngst hat er gesagt, dass er auch künftig bei offiziellen Anlässen "unsere wunderschöne Sprache" sprechen möchte. Weil er kein Englisch kann, werfen ihm die Wähler (vor allem im Netz) vor. Denn gerade die Netzgemeinschaft zeigt mal wieder, wie es wirklich ist: Englisch wird immer mehr zur Weltsprache - das Internet macht's vor!

