“Stromberg wird Kommissar” titelten Zeitungen und Online-Dienste, als ProSieben vor einiger Zeit ankündigte, einen Krimi mit Christoph Maria Herbst zu drehen. Am 1. November wird eben dieser Krimi mit dem Namen “Kreutzer kommt” ausgestrahlt – und das sollte man sich nicht entgehen lassen! Vor ein paar Wochen hatte ProSieben mich zu einer Preview des Films eingeladen, deswegen konnte ich “Kreutzer kommt” schon sehen – und kann diesen Film uneingeschränkt empfehlen!

Die Story:
In einem Hotel wird eine schwarze Sängerin ermordet. Verdächtig sind erstmal alle: Gäste, Mitarbeiterin und auch die dubiose Hotel-Chefin können’s gewesen sein. Wer letztendlich der Mörder ist, soll Kommissar Kreutzer (genial gespielt von Christoph Maria Herbst) herausfinden. Kreutzer ist ein Eigenbrötler, der mit seinen ganz speziellen Methoden jeden Fall innerhalb von maximal vier Stunden, 37 Minuten und 48 Sekunden löst und dabei vor nichts und niemandem Respekt hat.

Und warum sollte ich das gucken?
“Kreutzer kommt” ist ein klassischer Whodunit-Krimi: Eigentlich geht es nur um die Frage, wer den Mord begangen hat. Doch der brilliante Kommissar, der alle an der Nase herumführt, manipuliert und austrickst, macht aus einem stinknormalen Krimi ein unterhaltsames und lustiges Fernseherlebnis. Kreutzer ist so dreist und durchtrieben, dass es einfach nur Spaß macht – denn immer wieder unterschätzen die Verdächtigen den Ermittler und sorgen so immer wieder für schadenfreudige Momente.

Stromberg-Fans haben wahrscheinlich auch einen Heidenspaß am Kreutzer. Der ist zwar ein vollkommen anderer Charakter als das Büro-Ekel, wird aber von Christoph Maria Herbst mindestens genauso überzeugend dargestellt. Außerdem ist er ähnlich schamlos und obwohl “Kreutzer kommt” ein klassischer Krimi ist, gibt es dank korktrockenem Humor jede Menge Lacher. Dass man als Zuschauer den Täter als geübter Krimi-Gucker noch lange vor Kreutzer entlarven kann, tut dem Spaß keinen Abbruch: Das hier ist ein toller Fernsehfilm!

Bei Erfolg soll “Kreutzer kommt” zu einer Krimi-Reihe ausgeweitet werden. Ich persönlich hoffe sehr auf gute Einschaltquoten am 1. November (20.15 Uhr auf ProSieben), damit es möglichst schnell ein Wiedersehen mit Kreutzer gibt! Das ist unterhaltsames Qualitätsfernsehen – danke für den Mut, ProSieben!

(Foto: ProSieben)

“Ein Film über Facebook? Den muss ich sehen!” – das war der erste Gedanke, als ich den Trailer (siehe unten) zu “The social Network” gesehen habe. Später kamen mir dann Zweifel: Kann das eigentlich ein guter Film sein? Kann mich die Geschichte von Mark Zuckerberg und seinem Gerichts-Streit mit anderen Menschen über zwei Stunden unterhalten oder ist das nicht eher stinklangweilig?

Schlussendlich wurde mir die Frage, ob ich mir den Film ansehen will, abgenommen: Die “O2 Crew” verloste vor einigen Tagen Tickets für eine “exklusive Kino-Preview” – auch in Köln! Also nicht lange gefackelt und mitgemacht.

So kam es, dass ich den Film schon gestern, drei Tage vor dem eigentlichen Kinostart sehen durfte. Und er hat mich wirklich positiv überrascht! Noch im Kino hatte ich gegoogelt, dass “The Social Network” satte 121 Minuten lang ist (Langeweile vorprogrammiert?!), doch als dann auf einmal wie aus dem Nichts der Abspann kam, war ich überrascht, dass die Zeit schon um ist.

Worum es in dem Film geht, kann ich mir eigentlich sparen, zu beschreiben. Klar: Es geht darum, wie Mark Zuckerberg die Idee von Facebook wahlweise hatte oder stahl. Denn das ist eine der Kernfragen im Film: Hat Mark die Idee geklaut oder hatte er sie selber?
Das Ganze wird mit einigen Zeitsprüngen erzählt: Mal sitzt der Zuschauer mit Mark in den verschiedenen Justizverhandlungen und im nächsten Moment springt die Handlung zurück ins Jahr 2004, als Facebook gerade ins Rollen kam.

Trailer zu “The Social Network”:

Ganz im Ernst: Die ersten drei, vier Minuten sind ein Schock. “Das kann ja ein toller Abend werden”, dachte ich mir nach einer langen Dialogszene von Mark Zuckerberg und seiner Freundin. Schnell ist klar: Der Lockenkopf ist ein überhebliches Arschloch. Doch es kam dann alles anders: Die nächsten knapp zwei Stunden erzählen temporeich die Anfangszeit von Facebook und wie Mark Zuckerberg seine Freunde verlor oder wahlweise verprellt hat.

Auch wenn es nicht wirklich wichtig für die gute Unterhaltung ist: Filmisch ist das Ganze einfach Spitze umgesetzt. Eine knapp zweiminütige Ruderszene, die für die Handlung eigentlich absolut verzichtbar ist, hat mir den Mund offen stehen lassen: Dank Tilt Shift (“Miniatur-Look”), schnellem Wechsel der Detailaufnahmen und klassischer Musik im Hintergrund war diese Szene eine wahre Wonne für die Sinne.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mich hat “The Social Network” wirklich überrascht: Der Film bietet zwei Stunden lang spannende Unterhaltung ohne jede Längen. Da es keinen roten Faden gibt (der Film erzählt eben einfach “nur” eine Entwicklung, die im Leben noch nicht abgeschlossen ist), kommt der Abspann auf einmal richtig überraschend. Der Film macht neugierig auf Facebook und ich hatte nach dem Schauen des Films als erstes eine Frage im Kopf: Was war an dem Film alles echt? Wieviel von der Handlung war Doku und wieviel Fiction? Leider ist (der echte) Mark Zuckerberg dem Film nicht aufgeschlossen genug, um Stellung zu nehmen. Einzig, dass sein Leben in Wirklichkeit nicht ganz so aufregend sei, ließ er sich entlocken…

Wer sich für Facebook und seine (mutmaßliche) Entstehungsgeschichte interessiert, sollte “The Social Network” nicht verpassen! Gute und kurzweilige Unterhaltung, die einem das Gefühl gibt, endlich mal ein wenig hinter die Fassade des lockenköpfigen Milliardärs zu schauen. Anschauen!

(Foto: Sony Pictures)


Langsam erkenne ich mich selber nicht mehr wieder. Es gab eine Zeit, da sagte ich kategorisch: “Ich will kein iPhone”. Dieses seelenlose Hinterhergerenne hinter den Einfällen eines rollkragenpullitragendes Technik-Gurus war mir stets zuwider. Doch irgendwann hat mich dieser Steve Jobs auch gefangen. Erst mit dem iMac und dem iPad. Klar, dass ich auch ein iPhone haben will.

Doch Herr Jobs macht es einem nicht gerade leicht, ihm einige Euros zuzustecken und dafür sein neuestes Wunderwerk der Telefonie zu bekommen. Im Gegenteil. Seit Wochen suche ich eine Möglichkeit, ein iPhone 4 zu kaufen – und scheitere immer wieder.

Gewiss, ich könnte einfach in eine Filiale der vorherrschenden deutschen Mobilfunkfirma gehen, unsäglich viel Geld und meine Seele abgeben und dann mit den neuesten Apfel-Telefon rausspazieren (wobei noch nicht mal das geht, weil der “Exklusiv-Vertriebspartner” die begehrten Geräte ja einen Monat nach Einführung immer noch nicht einfach so im Verkauf hat). Aber nein, ich will meinen Mobilfunkvertrag bei O2 behalten und sicher nicht zur Magenta-Konkurrenz wechseln, die sich bei meinen Besuchen im Shop außerdem nicht nur durch Arroganz, sondern auch durch Unfreundlichkeit hervorgetan haben.

Aber es gibt ja noch mehr Möglichkeiten. Eines Tages wird das neue iPhone sicher auch bei O2 verkauft werden, so wie das alte Modell inzwischen auch. Blöd nur: Wenn ich die Kundenhotline anrufe oder in drei verschiedene Filialen gehe, bekomme ich sieben verschiedene Antworten. Von “Das werden wir in vier Wochen etwa haben” bis zu “Da wissen wir gar nichts zu” und “Auf keinen Fall noch dieses Jahr” habe ich schon alles gehört. Auch der geneigte O2-Mitarbeiter leidet unter dem irrsinnigen Exklusiv-Vermarktungsrecht der Konkurrenz.

Bleibt noch die Möglichkeit, die Ländergrenze zu kreuzen. Andere Nationen bekommen ihre iPhones ganz ohne Knebelverträge, einfach so wie ein normales Elektrogerät: In den Laden gehen, Geld auf den Tisch, mitnehmen, freuen. Frankreich und England sind hier Optionen. Knappe 650 Euro muss man ausgeben, um das 16-GB-Modell zu ergattern – allerdings kommen da natürlich noch Reisekosten hinzu. Nach England ist mir zu weit und Frankreich meide ich aus Prinzip. Also: Auch nicht gut.

Man könnte natürlich online im Ausland bestellen und einen Fracht-Weiterleitungsservice nutzen. Dann bekommt man sein englisches iPhone per Post und zum günstigen Preis (die Weiterleitung des Paketes ist günstiger, als selber zu fliegen), aber dann dauert der Spaß satte vier Wochen. Mindestens. Und ich bestelle doch keinen Trabbi, sondern ein Telefon, herrje.

Wie kommt es eigentlich, dass ich so seelenlos verloren bin und zombiegleich durch die Gegend irre, um dieses Telefon zu kaufen? Wenn einem die Verkaufskonditionen nicht passen, kehrt man dem Verkäufer doch eigentlich ganz einfach den Rücken und denkt sich schnippisch “Dann eben nicht, ihr Pimmelflitschen!” Nicht so bei mir und dem iPhone. Ich will das Ding haben, obwohl es “nur” ein Handy ist. Und ich will es so schnell wie möglich. Freilich bin ich nicht so dämlich, einem gewieften Importeur, der die Geräte in Massen in Frankreich kauft und hier wieder verkauft, über 1000 Euro in den Rachen zu werfen. Aber ich bin schon fast kurz davor. Echt schlimm, wie die Gehirnwäsche klappt.

Je schwieriger es ist, etwas zu bekommen, desto begieriger wollen wir es haben. Das wissen wir nicht erst seit dem ersten einseitigen Verliebtsein, das gilt eben auch für Güter, die (künstlich?) verknappt sind. Und so ging es mir das ein oder andere Mal durch den Kopf, ob hinter der Knappheit des iPhones nicht ein gewiefter Apple-Trick steckt. Die sind doch bestimmt so raffiniert und gemein und machen sich ein Spiel daraus, um den Verkauf anzukurbeln.

Wie dem auch sei. Ich mache erstmal weiter mit dem »iErtanz« und denke weiter darauf rum, wie ich mir das iPhone besorgen kann, ohne zuviel dafür auszugeben und ohne zu viel zu zahlen. Und. Ohne meine Seele an diese eine Firma da aus Bonn zu verkaufen…

Update: Vier Stunden nach Verfassen dieser Zeilen habe ich mir einfach ein Herz gefasst und ein iPhone 4 in England bestellt.

(Foto: Yutaka Tsutano / flickr)


So ein Augenleiden ist schlimm. Man kann ohne technische Hilfsmittel nicht richtig gucken und bekommt eine Brille verpasst. Die muss man dann tragen und sie verändert das Aussehen. Wenn man allerdings mit seinem Aussehen für die Präsentation von serösen Nachrichten steht, wie es Tagesschau-Sprecher Marc Bator tut, sollte man sich vielleicht für ein dezentes Modell entscheiden, das den Zuschauer nicht von den verlesenen Nachrichten ablenkt. Aber eben genannter Marc Bator hat sich für den anderen Weg entschieden.

Er, der blonde Tagesschau-Vorleser mit dem listigen Grinsen am Ende jeder Meldung, hat sich für das Modell “Puck, die Stubenfliege” entschieden. Marc Bator trägt seit gestern Abend beim Moderieren der Tagesschau eine Brille, die größer ist als die Unterhose von Ottfried Fischer und auffälliger als Mundwinkel von Angela Merkel.

Als ich gestern in die Tagesschau gezappt habe, dachte ich, ich seh nicht richtig und musste das natürlich direkt twittern. Die Reaktionen waren eindeutig – ich war nicht der Einzige, der die Brille ein wenig gewöhnungsbedüftig findet. “ich glaube er hatte noch schweißarbeiten zu erledigen am abend” twitterte TerenceSkill. Andere verbannten die Brille in die Siebziger oder ordneten den Moderator den Panzerknackern zu.

Warum nur, Herr Bator? Warum konnten Sie nicht weiter Kontaktlinsen tragen oder sich für ein dezentes Modell wie Günther Jauch entscheiden? In Ihrer Freizeit dürfen Sie ja tragen, was Sie wollen – aber die Tagesschau-Redaktion verpflichtet Sie ja auch, während der Sendung einen Anzug zu tragen. Warum bitten die Kollegen Sie nicht, wenn Sie auf Sendung sind, eine dezentere Brille zu tragen? Oder moderieren Sie demnächst auch mit rotem Iro?

Wenn das stimmt, was ich mir ergoogelt habe, hatte Marc Bator einen sehr fragwürdigen Stilberater: Heino soll ihm zur Brille geraten haben. Womit Heinos Musik nicht mehr das Schlimmste ist, was er uns angetan hat…


“Darf ich kurz reinkommen, oder störe ich beim Fernsehen?” oder “Wie fanden Sie denn letzte Woche “Wetten, dass…?”?” – Fangfragen gehörten bislang immer zum festen Stamm der Arbeitsmethoden von Deutschlands wohl unbeliebtester Berufsgruppe. Auch im Müll sollen sie gerne mal wühlen, die GEZ-Schergen. Was sie da suchen? Abonnierte Fernsehzeitschriften, auf denen noch Adresskleber sind. Wer die hat, wird ja auch einen Fernseher haben. Und wird zur Not zwangsangemeldet.

Kein Wunder, dass bei solchen Methoden das Image der GEZ seit Jahren etwa so gut ist wie das von Kevin-Prince Boateng. Und umso besser, dass nun bald Schluss ist damit. Denn die bisherige Rundfunkgebühr hat ausgedient, jetzt kommt die Haushaltsabgabe.

Statt freiwilliger, aber verpflichteter Selbstanmeldung (was für ein dämliches System!) soll nun also demnächst jeder Haushalt zahlen. Nicht mehr Geld als vorher, aber eben unabhängig von Geräten. Es entfällt jegliche Stalkerei, es kommen keine nervigen “Haben Sie wirklich keinen Fernseher”-Briefe mehr – und letzten Endes ist es auch endlich ein gerechtes System zur Gebührenerhebung.

Ob Rundfunkgebühren an sich gerecht oder angebracht sind, ist noch eine andere Frage. Von mir aus kann man den ganzen Quatsch komplett abschaffen. Ich muss kein “Wetten, dass…?” schauen, ich brauche keine Rosamunde-Pilcher-Filme, ich kann auf gebührenfinanzierte, aber schlecht gemachte Reportagen verzichten. Aber die Argumentation, die hinter der Gebühr steht, ist ja der Bildungsauftrag. Naja, den halte ich in Zeiten des Internets ohnehin für überholt. Bildung gibt’s für die, die wollen, an jeder virtuellen Straßenecke. Und gezwungenermaßen gebildet wird hier ja auch keiner – wer keine Lust auf die Öffentlich-Rechtlichen hat, kann auch die gut ignorieren.

Ich finde, die Überarbeitung der Rundfunkgebühr ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Schluss mit Schwarzseherei und Schluss mit GEZ-Schnüffelei. Jetzt sollte man die Gebühr vielleicht nochmal genereller ins Visier nehmen. Wenn es hier um das Grundrecht auf Bildung geht – warum ist das denn nicht schon mit meinen Steuern abgedeckt? Für Straßensanierung und Kindergartenplätze zahle ich ja auch keine monatliche Pauschale. Das behält der Staat ja einfach von meinem Gehalt ein. Warum also nicht auch die letztlich staatlich verordnete Rundfunkgebühr?

Und dann könnte man sich im nächsten Schritt auch mal darauf besinnen, das gute Geld nicht mehr für so viel Blödsinn rauszupulvern. Aber bis es dazu kommt, ist das Fernsehen wahrscheinlich schon ausgestorben…

(Foto: MatthiasWicke / flickr)